Mittelmeerraum Hitzewelle quält Südeuropa


Bis Donnerstag wird der Mittelmeerraum noch von Temperaturen von bis zu 40 Grad aufgeheizt. Erst dann rechnen Meteorologen mit leichter Abkühlung. Die Hitzewelle hat bereits mehreren Menschen das Leben gekostet.

Der ganze Mittelmeerraum stöhnt unter einer gigantischen Hitzewelle, und ein Ende der hohen Temperaturen ist dort nicht in Sicht. In weiten Teilen Mittel- und Südspaniens werden Ende der Woche Werte um 40 Grad erwartet, wie Thomas Schumann vom Deutschen Wetterdienst am Montag sagte. Noch heißer soll es in Tunesien mit Werten bis 50 Grad im Landesinnern erwartet. Auch in der südlichen Türkei und in Südgriechenland soll es sehr, sehr heiß sein: "Für Herzkranke ist das wirklich nicht zu empfehlen", sagte der Meteorologe. Auch das Meer könne bei solchen Lufttemperaturen mit Werten bis 28 Grad nicht mehr erfrischen.

In Italien hat die Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad schon sieben Menschen das Leben gekostet. Das neueste Opfer ist eine 75-jährige Touristin. Sie habe im Schwimmbad ihres Hotels in der Nähe von Bozen Abkühlung gesucht, jedoch durch das plötzliche Absinken ihrer Körpertemperatur einen Kollaps erlitten, berichtet die römische Zeitung "La Repubblica".

Das Gesundheitsministerium ordnete Notmaßnahmen an. So sollen die Kommunen alte Menschen regelmäßig anrufen oder besuchen. Zudem wurde eine Info-Hotline eingerichtet, um die Menschen beim richtigen Umgang mit den hohen Temperaturen zu helfen. Besonders Norditalien ist von der Hitze betroffen.

Meteorologen sagten noch mindestens bis zum Donnerstag für fast alle Landesteile wolkenlosen Himmel und extreme Schwüle voraus. Erst am Freitag soll es im Norden des Landes, der besonders von der Hitze betroffen ist, Gewitter geben und leicht abkühlen. Norditalien hofft nach monatelanger Dürre verzweifelt auf Regenfälle, um die Ernte zu retten. Im Zentrum und Süden des Landes würden die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein hingegen weiter steigen, prognostizierten die Meteorologen.

Italien hatte wie ganz Europa zuletzt 2003 mit einer ungewöhnlichen Hitzewelle zu kämpfen, die zum Tod tausender Menschen beigetragen haben soll. Im vergangenen Jahr bezifferte die Regierung die Zahl der Hitze bedingten Toten von 2003 auf weniger als 8000. In einem am Montag von der italienischen Statistikbehörde Istat veröffentlichten Bericht hieß es aber, dass es in diesem Sommer fast 20.000 Tote mehr gab als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor.

DPA/Reuters DPA Reuters

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