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Mordserie: Anklage fordert lebenslang für "Schwarze Witwe"

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, wird die sogenannte Schwarze Witwe für vier Morde an Lebensgefährten eine lebenslängliche Strafe erhalten. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Der Staatsanwalt jedoch spricht von einer "erdrückenden Beweislast".

Eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen Morden an vier Lebensgefährten hat die Staatsanwaltschaft für die sogenannte "Schwarze Witwe" gefordert. Die 69-jährige Lydia L. aus dem Kreis Northeim bestreitet die Verbrechen. Die Beweislast sei aber erdrückend, sagte Staatsanwalt Andreas Buick in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen.

Für den geständigen Mitangeklagten Siegmund Sch. beantragte er 15 Jahre Haft für drei Morde und einen Totschlag. Der 54-Jährige, der für die Witwe Einkäufe und Arbeiten erledigte, hatte mit seinem Geständnis das Verfahren ins Rollen gebracht. Demnach hatte Lydia L. über Kleinanzeigen gezielt Kontakt zu älteren Männern gesucht, um finanziell von ihnen zu profitieren. In der Zeit zwischen 1994 und 2000 habe sie vier Männer mit Schlafmitteln ruhiggestellt.

Danach erstickte Siegmund Sch. sie nach eigener Aussage mit einer Plastiktüte oder einem Kissen. "Herr Sch. ist in vollem Umfang glaubwürdig", sagte der Staatsanwalt. "Er hat Wissen, das nur ein Täter haben kann." Die Aussage von Lydia L., ihr Bekannter habe die Männer aus Eifersucht alleine umgebracht und wolle ihr die Schuld in die Schuhe schieben, sei eindeutig widerlegt, betonte der Staatsanwalt und verwies auf Zeugenaussagen und Ermittlungsergebnisse der Polizei.

"Ganz klar hat Herr Sch. nur ein Ziel, möglichst die Wahrheit zu sagen und sein Gewissen zu erleichtern." Das Geständnis wertete der Staatsanwalt strafmildernd, und er erkannte eine verminderte Schuldfähigkeit an. Das Urteil in dem Verfahren wird in zwei Wochen erwartet.

AP / AP