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Murmeltiertag: "Phils" schattiger Wintercheck

Beim traditionellen "Groundhog Day" hat Murmeltier "Phil" seinen Schatten gesehen - dem Mythos nach müssen die Menschen dann noch sechs weitere Wochen frieren. Allerdings haben dutzende Kameras die Voraussage manipuliert.

Der Hollywood-Streifen "Und täglich grüßt das Murmeltier" mit Bill Murray und Andie McDowell machte das verschlafene Örtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania auch außerhalb der USA bekannt. Dabei geht der Rummel um das putzige Wetter-Orakel namens Phil auf einen seit 1886 bestehenden Brauch zurück. Und der hat deutsche Wurzeln: Erwacht am katholischen Feiertag Mariä Lichtmess (2. Februar) ein Tier aus seinem Winterschlaf und wirft einen Schatten, bleibt es winterlich. Ist kein Schatten sichtbar, kommt der Frühling.

Deutsche Siedler in den USA entschieden sich für ein Murmeltier, das immer Phil heißt, als Ort wurde das kleine Punxsutawney ausgewählt und das ganze nannten sie dann "Groundhof Day". Und der jährliche Auftritt von "Groundhog-Phil" mutierte zu einem veritablen Volksfest.

An diesem 2. Februar brachte Murmeltier "Phil" kein Tauwetter: Er hat seinen Schatten gesehen - und das bedeutet, dass der Winter im Nordosten der USA noch sechs Wochen lang anhält. Da die Temperaturen in d Punxsutawney am Donnerstagmorgen aber schon deutlich über dem Gefrierpunkt lagen, wollte niemand so richtig böse sein. Es gab zwar einige Buhrufe unter den Schaulustigen, doch die meisten wollten sowieso lieber gleich aufs fröhliche Volksfest.

Kein Verlass auf die Vorhersage

Das pelzige Orakel zeigte allerdings eine traurige Tendenz zu "schattigen" Prophezeihungen: In den letzten 120 Jahren hat "Punxsutawney Phil", wie er nach seinem verschlafenen Heimatdorf benannt wird, der Überlieferung zufolge 96 Mal seinen Schatten gesehen. 14 Mal war das nicht der Fall, das letzte Mal 1999. Für die restlichen Jahre liegen keine Daten vor.

Dass "Phil" in den letzten Jahren fast immer seinen Schatten sah, ist angesichts des alljährlichen Rummels nicht weiter verwunderlich: Tausende Einwohner von Punxsutawney und Besucher aus dem Umkreis finden sich stets vor dem Murmeltierbau am Gobbler's Knob ein und feiern die Nacht durch. Steckt "Phil" am Morgen dann tatsächlich die Nase raus, schalten dutzende Kamerateams die Scheinwerfer ein. Und das Pelztier wirft - notgedrungen - einen Schatten.

spi mit AP