HOME

Nach Befreiung eines Öltankers: Russland lässt Piraten wieder laufen

Russland hat zehn Piraten freigelassen, die bei der Befreiung eines Öltankers gefangen genommen wurden. Als Begründung nannte das Verteidigungsministerium in Moskau "Unzulänglichkeiten" im internationalen Recht.

Russland hat zehn Piraten freigelassen, die bei der Befreiung eines Öltankers gefangen genommen wurden. Als Begründung nannte das Verteidigungsministerium in Moskau "Unzulänglichkeiten" im internationalen Recht.

Die Genfer Seerechtskonventionen sehen vor, dass die Justiz eines Landes nach der Befreiung eines gekaperten Schiffes auf hoher See die Piraten bestrafen kann. Es gibt aber in einigen Staaten Vorbehalte, weil unklar ist, was nach Verbüßung einer Strafe mit diesen Personen geschehen soll. "Warum sollte wir ein paar Piraten durchfüttern?" sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Alexej Kusnezow am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Der russische Präsident Dmitri Medwedew schlug am Donnerstag die Einrichtung eines internationalen Gerichts zur Strafverfolgung von Piraten vor.

Die EU und die USA haben Vereinbarungen getroffen, wonach Piraten der Justiz in Kenia übergeben werden. Es gibt aber Zweifel, ob die Justiz des afrikanischen Staates auch angemessen mit diesen Fällen umgehen kann.

Der Öltanker "Moscow University" wurde am Donnerstag nur einen Tag nach seiner Entführung durch somalische Piraten von Spezialkräften an Bord eines russischen Kriegsschiffs befreit. Ein Pirat wurde dabei getötet. Die 23 russischen Seeleute blieben unverletzt.

APN / APN
Themen in diesem Artikel