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Zwei Jahre auf Bewährung: Fleisch mit Nadeln präpariert - Gericht verurteilt 60-Jährige

Sie spickte Würstchen, Hack und Grillfleisch in Supermärkten mit Nadeln - aus Protest gegen Massentierhaltung. Eine 60-Jährige wurde in Lübeck wegen Vergiftung in 14 Fällen verurteilt.

In Hackfleisch und Würstchen hatte eine 60-jährige aus Schleswig-Holstein Nadeln gesteckt. Mehrere Supermarktkunden erlebten daraufhin eine böse Überraschung.

In Hackfleisch und Würstchen hatte eine 60-jährige aus Schleswig-Holstein Nadeln gesteckt. Mehrere Supermarktkunden erlebten daraufhin eine böse Überraschung.

Aus Protest gegen die Massentierhaltung hatte sie Nadeln in abgepacktes Fleisch gesteckt: Eine 60-jährige Frau ist vom Lübecker Landgericht wegen Vergiftung in 14 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Außerdem ordneten die Richter an, dass sie sich einer Therapie in einer psychiatrischen Tagesklinik unterziehen muss.

In dem Prozess vor dem Lübecker Landgericht hatte die 60-Jährige gestanden, über Monate in Supermärkten im Kreis Ostholstein Hack, Grillwürstchen und andere Fleischwaren mit Nadeln präpariert zu haben. Zwei Frauen wurden leicht verletzt. Mit dem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte ein Jahr auf Bewährung gefordert. Das Urteil ist rechtskräftig - Staatsanwaltschaft und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel.

Protest gegen Industrie-Fleischproduktion

"Dieses Industrie-Fleisch ist voller Medikamente und wird unter unsäglichen Umständen hergestellt. Ich wollte erreichen, dass die Menschen aufhören, dieses Fleisch zu essen", erklärte die Angeklagte vor Gericht.

Der Fall war ans Licht gekommen, weil Supermarktkunden auf das präparierte Fleisch aufmerksam wurden: Ein Zeuge fand eine Nadel in einem Schweinefilt, ein anderer in einer Grillwurst. Insgesamt 26 Fälle von gemeingefährlicher Vergiftung und gefährlicher Körperverletzung warf die Staatsanwaltschaft der Angeklagten vor. Die Angeklagte war bereits nach ihrer Festnahme im Oktober 2014 vorübergehend in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

las/DPA / DPA