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Spitzensportler mit Behinderung: Geschmacklose Pistorius-Wette löst Klagewelle aus

Während des Prozesses um Oscar Pistorius bot ein Wettbüro an, auf den Schuldspruch des beinamputierten Sportlers zu wetten. Der Werbeslogan dazu lautete: "Money back if he walks". 5000 Klagen folgten.

Der südafrikanische Athlet Oscar Pistorius sitzt im vergangenen Jahr im Gerichtssaal in Pretoria

Der südafrikanische Athlet Oscar Pistorius sitzt im vergangenen Jahr im Gerichtssaal in Pretoria

Eine geschmacklose Werbeanzeige zum Pistorius-Prozess hat in Großbritannien eine beispiellose Klagewelle losgetreten: Das irische Online-Wettbüro Paddy Power hatte vor dem Urteil dazu animiert, auf einen Schuldspruch des südafrikanischen Sprintstars Oscar Pistorius zu wetten, und im Falle eines Freispruchs zugesagt, den Wetteinsatz zu erstatten. Wie die britische Aufsichtsbehörde für Werbung am Freitag bekanntgab, wurden gegen die Anzeige aus dem vergangenen März mehr als 5000 Klagen eingereicht - so viele wie nie zuvor.

Der an beiden Unterschenkeln amputierte Pistorius war im vergangenen Jahr vor einem Gericht im südafrikanischen Pretoria wegen der fahrlässigen Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Paddy Power hatte sich dazu den Werbeslogan "Money back if he walks" ("Geld zurück wenn er geht") einfallen lassen. Der Spruch wurde als besonders geschmacklos bewertet, da der Anbieter damit auf die Amputationen des Sportlers anspielte.

In den Klagen wurde Paddy Power vorgeworfen, sich nicht nur über die Behinderung des Sportlers, sondern auch den Tod einer Frau lustig gemacht zu haben. Die Anzeige war daraufhin von der Aufsichtsbehörde verboten worden.

mka/AFP / AFP