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Panorama: Kannibale von Rotenburg traf sich noch nach der Tat mit möglichen Opfern

stern: Kannibale von Rotenburg traf sich noch nach der Tat mit möglichen Opfern

Hamburg - Armin Meiwes, gegen den die Staatsanwaltschaft Kassel vorige Woche Anklage wegen Mordes zur Befriedigung des Geschlechtstriebes erhoben hat, traf sich nach der Ermordung und dem teilweisen Verzehr eines 43-jährigen Mannes noch mit vier weiteren möglichen Opfern. Dies berichtet das stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Am 10. März 2001 hatte Meiwes den Diplomingenieur Bernd-Jürgen Brandes mit einem Messerstich getötet, zerteilt und teilweise gegessen.

Wie der stern weiter schreibt, hatte Armin Meiwes schon als Kind kannibalische Fantasien. Im Alter von knapp zwölf Jahren stellte er sich vor, einen Klassenkameraden zu töten und zu verspeisen. Solche Fantasien begleiteten ihn sein ganzes Leben lang. Jedoch erst als Meiwes Mutter Waltraud, die mit ihm in einem alten Gutshof in Wüstefeld bei Rotenburg an der Fulda lebte, am 2. September 1999 starb, tauschte er sich im Internet über seine Vorstellungen aus und suchte nach Opfern.

Insgesamt hatte der 41-Jährige in Kannibalen-Foren Kontakt zu rund 430 Personen. Nach eigenen Angaben schrieb er mehr als 60 Kontaktanzeigen, um Männer zwischen 18 und 30 Jahren als Schlachtopfer zu finden.

Im Frühjahr 2000 richtete sich Meiwes in der ehemaligen Räucherkammer des Hauses einen Schlachtraum ein. Im Februar 2001 stieß der Computertechniker auf eine Anzeige von Bernd Brandes aus Berlin, der anbot, "mich von Euch bei lebendigem Leib verspeisen zu lassen." Am 9. März 2001 trafen sich Meiwes und Brandes in Wüstefeld. In der darauf folgenden Nacht tötete Meiwes sein Opfer, nachdem er ihm die Genitalien abgeschnitten hatte.

Nach dieser Tat, so der stern, traf sich Meiwes noch mit vier jungen Männern aus Kassel, Essen, London und dem Odenwald. Die vermeintlichen Opfer hatten sich im Internet als "Schlachtjungen" angeboten. Die Treffen fanden in einem Mannheimer Hotel oder in Meiwes‘ Gutshof statt. Dort führte er an möglichen Opfern "Schlachtuntersuchungen" durch: Er fesselte sie, steckte ihnen Nadeln in den Körper oder wickelte sie in Plastikfolie ein.

Drei der Männer sagten, sie seien nur an einem Rollenspiel interessiert, weil sie die Vorstellung einer Schlachtung sexuell errege. Meiwes ließ sie wieder nach Hause fahren. Ein junger Mann, der sich "Alex" nannte, bat Meiwes darum, ihn zu köpfen und zu zerteilen. Meiwes war das mögliche Opfer jedoch zu unsympathisch und nicht schlank genug.

Nachrichtenredaktion