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Bundesregierung kippt Verbot: Freie Fahrt im Paternoster

Die Posse ist vorbei: Die Bundesregierung hat sich den Spott zu Herzen genommen und die Benutzung von Paternostern für jedermann freigegeben. Nicht mehr Verbote sollen künftig für Sicherheit sorgen, sondern Appelle an den gesunden Menschenverstand.

Auch der Paternoster im Duisburger Rathaus kann bald wieder uneingeschränkt genutzt werden: Diese Mitarbeiterin fährt mit dem historischen Aufzug zur Arbeit.

Auch der Paternoster im Duisburger Rathaus kann bald wieder uneingeschränkt genutzt werden: Diese Mitarbeiterin fährt mit dem historischen Aufzug zur Arbeit.

Bald darf wieder jeder mitfahren: Nach heftigen Protesten werden Paternoster-Aufzüge in Behörden und Betrieben nun doch wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Seit Monatsbeginn ist das Betreten der historischen Aufzüge mit Nostalgie-Faktor verboten. Ein Bundesgesetz erlaubt nur noch befugtem Personal, die so genannten Personalumlaufzüge zu benutzen. Doch jetzt macht die Bundesregierung einen Rückzieher: Das Kabinett billigte eine Verordnung des Bundesarbeitsministeriums, mit der das Verbot revidiert wird.

Menschenverstand statt Verbot

Mit der Neuregelung sei ein "guter Kompromiss zwischen der Betriebssicherheit einerseits und der Wahrung von Industriegeschichte" erzielt worden, sagte der CSU-Sozialexperte Stephan Stracke. In Zukunft sollen keine Verbote gelten - sondern der gesunde Menschenverstand. Betreiber haben die Pflicht, auf die Gefahren der Aufzüge hinzuweisen. Benutzer sollen etwa mit Schildern angehalten werden, sich so zu verhalten, dass nichts passiert. Besonders dürfen keine Lasten in einem Paternoster transportiert werden. Die neue Verordnung bedarf auch noch der Zustimmung des Bundesrates. Weil die Länder an der Neuregelung beteiligt waren, gilt diese jedoch als gesichert. Noch vor der Sommerpause könnte die Gesetzesänderung in Kraft treten, wie es aus Regierungskreisen hieß.

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Schwere Unfälle in Paternostern

Seit einigen Jahren gibt es auch seitens der Länder Vorstöße für Einschränkungen von Paternostern, weil es immer wieder zu teils schweren Unfällen kommt. So klemmte sich in Frankfurt am Main eine Frau die Beine ein, in Oberhausen drückte eine Kabine vor Jahren einen kleinen Jungen in den Schacht. Als das Paternoster-Verbot bekanntgeworden war, gab es aber heftige Proteste dagegen. In Unternehmen und Verwaltungsgebäuden gibt es heute noch rund 250 Umlaufaufzüge.


las/AFP/DPA
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