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Peinlicher Skandal bei Behörde DEA: Sex-Partys kosten oberste US-Drogenfahnderin ihren Job

Ihre Männer in Kolumbien feierten Sex-Partys und Trinkgelage, die mit Rauschgiftgeld bezahlt wurden. Die oberste Drogenfahnderin der USA, Michele Leonhart, gibt wegen diesem Skandal ihren Job auf.

Prostituierte in Medellin: Sex, bezahlt von der kolumbischen Drogenmafia

Prostituierte in Medellin: Sex, bezahlt von der kolumbischen Drogenmafia

Kolumbien war Jahre lang der Inbegriff des internationalen Drogenkriegs. Konkurrierende Kartelle terrorisierten die Bevölkerung und sich gegenseitig. Mittendrin: die US-Drogenbehörde DEA, vertreten durch ein Büro. Die Nähe zu den großen Dealern sollte ein Vorteil bei der Bekämpfung der Rauschgiftflut sein, aber sie wurde das Gegenteil. Jahrelang feierten die Amerikaner Sex-Partys und Trinkgelage mit Prostituierten, die wiederum von den kolumbianischen Banden bezahlt wurden. Was, wie sich jüngst herausgestellt hatte, die Fahnder aus den USA hätten wissen müssen. Selbst der stellvertretende DEA-Regionaldirektor nahm daran teil.

Nun wird die Chefin der Drogenfahnder, Michele Leonhart, wegen der Vorkommnisse im Mai ihren Hut nehmen. Das kündigte US-Justizsenator Eric Holder an. Zum nahenden Abschied dankte er ihr "für 35 Jahre außerordentlicher Dienste bei der DEA und im Justizministerium".

621 peinliche Vorfälle

Die 621 dokumentierten, peinlichen Vorfälle gehen aus einem Bericht des US-Justizministeriums hervor, der im März veröffentlicht wurde. Darin war die Rede von "unangemessenen sexuellen Kontakten" bei den Bundespolizeibehörden, betroffen waren das FBI, das Amt für Waffenkontrolle sowie die Justizbehörde USMS. Rund ein Fünftel betrifft Beziehungen zwischen Mitarbeitern dieser Behörden. Zum Teil sollen die Ermittlungen auch behindert worden seien.

Sieben DEA-Beamte hätten ihre Teilnahme an den Partys gestanden und seien mit Disziplinarstrafen belegt worden. Über Jahre hätten kolumbianische Drogenfahnder demnach für ihre US-Kollegen in deren Appartements Partys mit Prostituierten organisiert. Kolumbianische Polizisten sagten außerdem aus, dass mindestens drei DEA-Agenten in Führungspositionen Geld, Geschenke und Waffen von Kartellmitgliedern erhalten hätten.

Das Justizministerium hatte die Untersuchung nach einem Skandal um Agenten des Secret Service gestartet. Mehrere Personenschützer sollen im April 2012 Prostituierte in ihr Hotel im kolumbianischen Cartagena eingeladen haben, während sie eigentlich die Teilnahme von US-Präsident Barack Obama an einem Gipfeltreffen vorbereiten sollten.

nik/DPA / DPA
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