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Ansturm der Achtbeiner: Sind Kreuzspinnen gefährlich?

Im Herbst geht es den Spinnen wie den Menschen: Sie suchen einen Unterschlupf. Das führt zwangsweise zu Konflikten. Manch einer teilt seine Küche nur ungern, viele finden die Achtbeiner eklig. Doch ist das Gift von Kreuzspinnen für Menschen gefährlich?

Von Lea Wolz

Eine Kreuzspinne, gut erkennbar am gepunkteten Kreuz auf dem Rücken

Die Kreuzspinne ist gut an dem fleckigen Kreuz auf dem Rücken zu erkennen. Ins Haus kommt sie selten. Sie baut ihre typischen Radnetze aber zum Beispiel gern vor Fenstern - und kann da gut beobachtet werden.

Das Böse in Stephen Kings Roman "Es" zeigt sich zum Schluss als eine übergroße . Gruselig, eklig, einfach abscheulich. So ein Tier möchte verständlicherweise niemand in seiner Wohnung haben, frisst es doch sogar Kinder. Doch bei manchen Menschen sorgen bereits seine kleineren, real existierenden Verwandten für Gänsehaut: der Anblick eines Weberknechtes oder einer Zitterspinne etwa - der reinste Horror.


Allerdings ein Anblick, der sich jetzt wieder vermehrt bietet: Denn mit den sinkenden Temperaturen suchen auch die Achtbeiner einen . Und obwohl der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ausdauernd dafür wirbt, doch endlich mal die faszinierenden Seiten der kleinen, ja tatsächlich nützlichen Krabbler mehr zu beachten: Zu den Lieblingstieren der Deutschen dürften sie noch immer nicht zählen. Was schade ist. Denn Spinnen hätten es wirklich verdient, behutsam vor die Tür gesetzt, statt mit einer Zeitung erschlagen oder feige mit dem Staubsauger beseitigt zu werden (mehr zu den faszinierenden Fakten im Quiz).


Die Frage, die aktuell in sozialen Netzwerken wieder diskutiert wird, lautet allerdings nicht: Wie beseitige ich die ungeliebten Untermieter möglichst schnell und fleckenfrei? Sondern: Sind Kreuzspinnen gefährlich? Und ist ihr Biss giftig?

Verirrte Wesen

Für alle, die immer gleich draufhauen und daher gar nicht so recht wissen, was eine Kreuzspinne überhaupt ist: Die Tierchen sind relativ leicht zu erkennen. Sie haben einen kugelförmigen Hinterleib, auf dem ein Kreuz zu sehen ist. Ihre Farben können unterschiedlich sein - fast schwarz, gelbräunlich mit weiß oder dunkelrot. Und: Sie sind nun wirklich keine Monster. Kreuzspinnenweibchen können bis zu 15 Millimeter groß werden, sie überragen damit die Männchen, die es nur auf etwa 5 Millimeter bringen.   

Zur Beruhigung: Gezielt suchen Kreuzspinnen unsere Häuser ohnehin nicht auf, anders als etwa die Haus- oder die Zitterspinne. Das Dasein in beheizten Räumen mit wenig Luftfeuchtigkeit behagt ihnen nämlich gar nicht: Die Wärme lässt sie austrockenen und sterben. Ist ein Exemplar mal im Haus anzutreffen, handelt es sich um ein verirrtes Wesen, dem Mitleid gebührt. Trotz seines Giftes. 

Gebissen? Wen juckt's?

Tatsächlich zählen Kreuzspinnen, die europaweit verbreitet sind, zu den Giftspinnen: Sie töten ihre Beute durch einen Biss. Für den Menschen ist ihr Gift, das aus verschiedenen Eiweißstoffen besteht, aber nicht gefährlich. Und: Die vorne am Kopf sitzenden Giftklauen der Kreuzspinne sind recht kurz, die menschliche Haut ist viel zu dick, um sie damit zu durchdringen. Klappt das doch einmal - etwa bei Kindern - juckt die Haut. Der Biss der Kreuzspinne ähnelt damit einem Mücken- oder Wespenstich. Unangenehm, aber nicht tödlich.

Gefährlich wird es nur für Allergiker, bei ihnen kann der Spinnenbiss einen allergischen Schock auslösen, eine lebensgefährliche Reaktion, die zu einem Kreislaufstillstand führen und im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Hier ist rasches Handeln wichtig, ein Notfallset sollte in greifbarer Nähe sein.

Für alle anderen gilt: Gefühlt mögen Spinnen eklig sein, fürchten muss sich vor den in Deutschland heimischen Exemplaren allerdings keiner.