Ermittlungen in NWR Ermittler finden verdächtiges Autokennzeichen nach Bankeinbruch in Gelsenkirchen

Zwei Menschen stehen vor der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen, in die Unbekannte Ende Dezember eingebrochen sind
Zwei Menschen stehen vor der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen, in die Unbekannte Ende Dezember eingebrochen sind
© Oliver Berg / DPA
Über die Feiertage werden in Gelsenkirchen fast alle Schließfächer einer Sparkassenfiliale aufgebrochen. Das Ausmaß des Schadens wird immer deutlicher.

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen haben Ermittler Autokennzeichen sichergestellt, die womöglich zu einem der Fluchtfahrzeuge gehören. Die Kennzeichen wurden nach dpa-Informationen in Dortmund gefunden. Ob sie tatsächlich von den Fluchtfahrzeugen der Täter stammen, wird nun geprüft.

Nach Informationen der «Bild» hatte ein Zeuge die Polizei am Sonntagnachmittag alarmiert. Die Kennzeichen seien in einem Abfallbehälter am Taxistand des Dortmunder Hauptbahnhofs entsorgt worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor Fotos der beiden mutmaßlichen Fluchtfahrzeuge veröffentlicht, auf denen auch die Kennzeichen zu sehen waren. Die Polizei hofft nun auf Hinweise zu den Personen und den Autos. Nach dem Einbruch gehen die Ermittler zahlreichen Hinweisen nach. Eine heiße Spur gibt es den Angaben zufolge aber nicht.

Möglicherweise 100 Millionen Euro in Gelsenkirchen erbeutet

Die Täter waren bei ihrem spektakulären Coup durch ein großes Loch in den Tresorraum der Bank gelangt. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Die Tat könnte sich über mehrere Tage hingezogen haben.

Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. Später sagte ein Polizeisprecher: "Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus." Mittlerweile wird der Schaden auf 100 Millionen Euro beziffert, wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach hätten einzelne Kunden angezeigt, dass sie jeweils mehr als 500.000 Euro in ihren Schließfächern gehabt hätten. "Bild.de" hatte zuvor darüber berichtet.

Demnach kommt die Herkunft der Gelder den Ermittlern teilweise komisch vor. Es könne sich um Schwarzgeld oder auch Gelder von Clans handeln. Offiziell sei von den Betroffenen vielfach von "Hochzeitsgeldern" die Rede, erfuhr die dpa.

Täter brachen Tausende Schließfächer auf 

Einsatzkräfte hatten den Einbruch am Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Täter brachen fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer auf. Sie drangen in einen Archivraum ein, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin.

Die Sparkassenfiliale bleibt derweil noch einige Tage geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden sei noch nicht abgeschlossen, teilte die Bank mit. Die Kunden sollen informiert werden, sobald die Filiale wieder öffnet.

Die Sparkasse arbeitet nach eigenen Angaben weiterhin daran, die entstandenen Schäden zu erfassen und zu beheben. Das Loch im Tresorraum wurde inzwischen von Spezialisten geschlossen. 

Sparkassen-Mitarbeiter registrieren unter notarieller Aufsicht Wertgegenstände und Dokumente, die die Täter nicht mitgenommen haben. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Man bedauere den Vorfall zutiefst und stehe in engem Kontakt mit der Polizei, erklärte die Sparkasse.

DPA
sei / cl

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