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Leben im Luxus: Frau gibt 18 Millionen Euro in Nobelkaufhaus aus – warum sie nun womöglich ins Gefängnis muss

Eine Frau ist aufgrund ihres Lebensstils - unter anderem gab sie Unmengen an Geld im Luxuskaufhaus "Harrods" aus -  ins Visier einer britischen Behörde geraten. Hintergrund der Ermittlungen ist die Vergangenheit ihres Ehemanns.

London - Harrods - Zamira Hajiyeva

Das Luxuskaufhaus "Harrods" in London. Hier gab eine Frau aus Aserbaidschan binnen einer Dekade rund 18 Millionen Euro aus.

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An sich steht es jedem Menschen frei, was er mit seinem Geld anstellt. Im Fall von Zamira Hajiyeva, einer Frau aus Aserbaidschan, sieht das allerdings etwas anders aus. Weil die 55-Jährige in den vergangenen zehn Jahren allein rund 18 Millionen Euro im Londoner Luxuskaufhaus "Harrods" auf den Kopf haute und so das Interesse einer britischen Strafverfolgungsbehörde weckte, droht der dreifachen Mutter nun gar eine Haftstrafe, wie unter anderem der "Daily Mirror" berichtet.

Der Grund: Hajiyevas Ehemann sitzt in Aserbaidschan wegen Betrugs, Unterschlagung und Veruntreuung öffentlicher Gelder in Haft. Als Vorsitzender der Staatsbank des Landes soll Jahangir Hajiyevas zwischen 2001 und 2015 umgerechnet rund 115 Millionen Euro abgezweigt haben. Dafür verurteilte ihn ein Gericht seines Heimatlandes zu 15 Jahren Gefängnis sowie einer Rückzahlung von knapp 32 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen. 

Auch Hajiyevas Ehefrau Zamira wurde damals verurteilt, entging einer Haftstrafe jedoch durch ihre Flucht nach England, wo sie zunächst mit einem Investorenvisum lebte und inzwischen die britische Staatsbürgerschaft besitzt.

Schmuck für 170.000 Euro im "Harrods" geshoppt - an einem Tag

In England ließ es sich die heute 55-Jährige seither offenbar etwas zu gut gehen. Jedenfalls riefen nicht nur ihre extravaganten Shoppingtouren im "Harrods" - so soll die Frau an nur einem Tag 170.000 Euro für Schmuck ausgegeben haben -, sondern wohl auch der Kauf millionenschwerer Immobilien in London die britische Strafverfolgungsbehörde National Crime Agency auf den Plan. Die will nun wissen, woher das Geld für den luxurriösen Lebensstil stammt. Kann die Frau dies nicht nachzeichnen, droht ihr Gefängnis. Und nicht nur das.

Die Behörde ist aufgrund eines in diesem Jahr eingeführten Antikorruptionsgesetzes - auch als McMafia-Gesetz bekannt - nämlich auch dazu berechtigt, Geld- oder andere Vermögenswerte zu beschlagnahmen, deren Aufbau beziehungsweise Finanzierung nicht plausibel erklärt werden können. So glauben die Ermittler im Fall Hajiyevas, dass der Reichtum der Familie allein auf den Veruntreuungen beruht. Die Behörde drohte demnach bereits unter anderem, die beiden 2009 in Londons bester Lage erworbenen Häuser einzuziehen.

Gericht macht Weg für weitere Ermittlungen frei

Zamira Hajiyeva, die behauptet, das Geld der Familie stamme aus legalen Investitionen ihres Mannes, wollte diese Beschlagnahmungen verhindern und ebenso vermeiden, dass sie die Quellen ihres Reichtums offenlegen muss. So versuchte die Frau den Berichten zufolge mit einer ganzen Armee an Staranwälten gegen die Aufforderung der National Crime Agency vorzugehen. Außerdem wollte sie ihren Namen geheimhalten. Diese Anonymitätsverfügung wurde in der vergangenen Woche jedoch von einem Gericht aufgehoben, der Antrag auf ein privates Gerichtsverfahren abgelehnt und so der Weg für weitere Ermittlungen freigemacht.

Ein Sprecher der im Kampf gegen Korruption tätigen Nichtregierungsorganisation Transparency International begrüßte die Entscheidung des Gerichts. "Wir freuen uns, dass dieser erste Fall vor Gericht Fortschritte macht und die Wirksamkeit des neuen Gesetzes unterstreicht", sagte der Sprecher gegenüber "The Sun".

Zamira Hijayeva dürften demnächst also unangenehme Fragen ins Haus stehen. Wie lang ihre Haftstrafe im Falle einer Verurteilung ausfalllen könnte, wird nicht berichtet.

Quelle: "Daily Mirror" / "The Sun"

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mod
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?