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Lebenslange Haft: Augsburger Polizistenmörder randaliert nach Verurteilung

Der Polizistenmörder von Augsburg wird voraussichtlich nie wieder frei kommen. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, das Gericht ordnete Sicherungsverwahrung an. Rudolf R. reagierte mit Randale.

In Ketten wurde Rudolf R. ins Augsburger Landgericht geführt. Er muss wegen Polizistenmordes für den Rest seines Lebens ins Gefängnis.

In Ketten wurde Rudolf R. ins Augsburger Landgericht geführt. Er muss wegen Polizistenmordes für den Rest seines Lebens ins Gefängnis.

Wegen des Mordes an dem Augsburger Polizisten Mathias Vieth muss ein 58-jähriger Mann voraussichtlich für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Das Landgericht Augsburg verurteilte Rudolf R. am Donnerstag zu lebenslanger Haft und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an. Der 58-Jährige hatte schon im Jahr 1975 bei Augsburg einen Polizisten ermordet und deswegen fast zwei Jahrzehnte im Gefängnis gesessen. Die Strafkammer folgte mit dem Urteil dem Antrag der Ankläger, die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

Bei der Verkündung des Urteils kam es zu einem Eklat. Der Verurteilte sprach lautstark von einer Vorverurteilung und beizeichnete das Urteil als "Kloake". Die Strafkammer verwies den 58-Jährigen daraufhin wegen seiner "lautstarken und unflätigen Bemerkungen" des Gerichtssaals. Erst nachdem der Polizistenmörder von Beamten aus dem Saal geführt worden war, setzte der Richter die Urteilsbegründung fort.

Polizisten förmlich hingerichtet

Laut Anklage hatte der 58-Jährige den 41 Jahre alten Polizisten gemeinsam mit seinem Bruder nach einer Verfolgungsjagd bei einer wilden Schießerei förmlich hingerichtet. Das Verfahren gegen den Bruder wurde vor einigen Wochen abgetrennt, weil der 60-Jährige wegen seiner Parkinson-Erkrankung während des Prozesses verhandlungsunfähig wurde. Der Prozess gegen ihn soll in den nächsten Monaten von vorne beginnen, sofern sich sein Gesundheitszustand bessert.

Das Gericht hatte in dem Prozess mehr als ein Jahr lang Zeugen und Gutachter gehört, manche sogar mehrfach. Der 58-Jährige und sein Bruder wurden von DNA-Spuren und weiteren Indizien belastet. In ihrem Umfeld wurde ein ganzes Waffenarsenal, teils mit Kriegswaffen, sichergestellt. Gutachter des Bundeskriminalamtes konnten nachweisen, dass beschlagnahmte Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre mit dem Verbrechen an Vieth in Zusammenhang stehen.

dho/DPA / DPA