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Portland, Oregon: "How to murder your husband": US-Autorin lässt sich von eigener Geschichte inspirieren

Beziehungen, die nicht funktionieren, waren ihr großes Thema. Nancy Crampton-Brophy schrieb Romane und einen Essay darüber: "How to murder your husband". Jetzt wurde sie verhaftet. Die USA rätseln über den Fall.

Autorin Nancy Crampton-Brophy

Ließ sich durch ihre eigene Geschichte "inspirieren": Nancy Crampton-Brophy

Manchmal ist eine gute Geschichte so inspirierend, dass sie das Leben des Lesers verändern kann. Was aber macht eine solche Story eigentlich mit dem Autor oder der Autorin? Eine Antwort auf diese Frage scheint nun Nancy Crampton-Brophy gegeben zu haben. Die 68-jährige US-Autorin versteht sich als "romantic suspense writer"; sie hat unter anderem sieben Romane verfasst. Ihr großes Thema: Beziehungen, in denen etwas nicht stimmt, die sich nicht richtig anfühlen. Die Titel ihrer Romane sprechen Bände: "The Wrong Cop", darin verbringt eine Frau ihre Zeit damit, darüber nachzudenken, wie sie ihren Mann töten könnte. Oder: "The Wrong Husband", eine Geschichte über eine Frau, die ihrem sie missbrauchenden Ehemann entflieht, indem sie ihren eigenen Tod vortäuscht. Und da war noch jener Essay auf dem geschlossenen Internet-Blog "See Jane Publish" mit dem Titel "How to murder your husband". Darin geht es unter anderem darum, nicht erwischt zu werden.

Es scheint, als habe dieser vor Jahren entstandene Text in Nancy Crampton nachgewirkt; als habe ihre eigene Story sie anhaltend beschäftigt. Denn am 5. September wurde die 68-Jährige von der Polizei von Portland festgenommen. Der Verwurf: Mord an ihrem Ehemann Daniel Brophy und illegaler Gebrauch einer Feuerwaffe. Sie soll am 2. Juni dieses Jahres ihren Mann erschossen haben.

Das Opfer war überall beliebt

Ein Motiv für den Mord ist bisher nicht bekannt geworden, auch hat die 68-Jährige bisher kein Geständnis abgelegt. In der Persönlichkeit des Opfers kann der Grund für die Tat eigentlich nicht liegen. Daniel Brophy, fünf Jahre jünger als seine Frau, war beliebt. Der erstklassige Koch unterrichtete am Oregon Culinary Institute in Portland, einer privaten Ausbildungsstätte für Köche. In einer Küche des Instituts trafen ihn am Morgen des 2. Juni auch die tödlichen Schüsse aus der Waffe seiner Frau; da sind sich die Ermittler sicher. Schüler fanden Brophy in der Küche liegend, wie der lokale TV-Sender "Katu 2" seinerzeit berichtete. Kollegen würdigen den 63-Jährigen als das "lebende Lexikon des Instituts" und als kreativen Lehrer. Seine Schüler mochten, dass sie keine Standpauke bekamen, wenn sie ihre Kochmütze vergessen hatten, sondern stattdessen unter einem Sombrero oder einem Stachelhelm kochen mussten, wie die "Portland Tribune" berichtete. Gerne habe er seine Schüler auch in die Wälder geführt, um ungewöhnliche Zutaten zu finden, heißt es.

Nancy Crampton-Brophy selbst beschrieb ihre 27-jährige Ehe mit Daniel auf ihrer Autoren-Webseite als eine Zeit mit "mehr guten als schlechten Zeiten". Dort erzählte sie auch jene rührende kleine Geschichte, wie sie sich endgültig ihren Mann verliebt hat. Eines Abends habe sie ein Bad genommen und Daniel eingeladen, doch dazu zu kommen. "Seine Antwort hat mich davon überzeugt, dass er Mr. Right war", schreibt sie weiter. Er sagte, was vielleicht nur ein talentierter Koch sagen kann: "Ja, aber ich mache die Hors d'oeuvres." Dann schließt sie eine rhetorische Frage an: "Kannst du dir vorstellen, den Rest deines Lebens ohne einen solchen Mann zu verbringen?"

Nancy Crampton-Brophy: "Es steckt in jedem von uns"

Lange Zeit konnte sie das wohl nicht. Irgendwann aber, ganz allmählich, muss sich das geändert haben. War es die ständige Beschäftigung mit dem Thema "Mord am Ehemann", aus dem sie ihre Romane speiste? Oder war es gar eine verborgene Obsession, die sie erst in ihren Texten verarbeitete, um sie dann doch in die Tat umzusetzen? Aus heutiger Perspektive erscheint in diesem Zusammenhang ein Post von Nancy Crampton-Brophy auf "See Jane Publish" erhellend, aus dem die "Washington Post" zitiert: "Bevor wir "Ja, ich will" sagten, schworen wir uns, dass wir nicht in einer Scheidung enden würden." Und dann kommt der Satz, der damals als Scherz aufgefasst wurde: "Wie ich betonen sollte, haben wir dabei nicht ausgeschlossen, tragisches Opfer von Schüssen aus einem vorbeifahrenden Auto oder eines verdächtigen Unfalls zu werden."

Die Polizei brauchte drei Monate, um vor Nancy Crampton-Brophys Haustür zu stehen. Dass es so lange dauerte, bis die Ermittler sie festnehmen konnten, lag daran, dass zunächst kein Zeuge für die Tat zu finden war. Einen Tag nach der Tat veröffentlichte Nancy einen emotionalen Facebook-Post. "Ich habe Mühe, darin einen Sinn zu erkennen", schrieb sie damals über die Tat. Heute scheint klar, dass sie allem Anschein nach jene Grenze überschritten hatte, die sie selbst in ihrem Essay "How to murder your husband" gezogen hatte. Obwohl sie ständig über Mord nachdenke, schrieb sie darin, glaube sie nicht, dass sie etwas derart Brutales selbst tun könnte. Sie wolle sich auch keine Sorgen machen müssen über "Blut und Hirnmasse, die an meine Wände gespritzt sind". Und auch nicht darüber, sich an "Lügen zu erinnern". "Ich finde es einfacher, Leuten den Tod zu wünschen, als sie wirklich zu töten", schrieb sie weiter. "Aber eines weiß ich über Mord: Jeder von uns hat das in sich, wenn er nur weit genug getrieben wird." Was Nancy Crampton-Brophy möglicherweise getrieben haben könnte, ans Äußerste zu gehen, muss sich nun erweisen.

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dho
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(