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Oluwatoyin Salau "Black Lives Matter"-Aktivistin twittert über Missbrauch und wird wenig später tot aufgefunden

Menschen legen Kerzen und Blumen nieder
Menschen legten während einer Mahnwache in Miami zu Ehren der Menschenrechtsaktivistin "Toyin" Salau Blumen nieder und zünden Kerzen an
© PPI via ZUMA Wire / DPA
Oluwatoyin Salau, eine 19-jährige "Black Lives Matter"-Aktivistin, galt eine Woche als verschwunden. Dann wird die junge Frau tot aufgefunden – gemeinsam mit einer zweiten Leiche. Salau twitterte wenige Tage vor ihrem Tod, dass sie sexuell belästigt wurde.

Am 6. Juni verschwand  Oluwatoyin "Toyin" Salau spurlos. Gut eine Woche später, am 14. Juni, wurde sie tot aufgefunden. Salau war eine schwarze "Black Lives Matter"-Aktivistin aus Tallahassee im US-Bundesstaat Florida. Auf den Protesten hielt sie Reden und setzte sich unermüdlich für die Gleichberechtigung schwarzer Menschen ein. Auf Twitter postete sie kurz vor ihrem Verschwinden, dass sie von einem Mann sexuell missbraucht wurde. 

Wie "Forbes" berichtet, hat das Tallahassee Police Department nun den tatverdächtigen Aaron G. festgenommen. Ob G. der gleiche Mann ist, der Salau sexuell missbraucht hatte, ist noch ungeklärt. G. wurde wegen Mordes und Entführung angeklagt. Zu den Todesumständen oder dem Motiv gibt es bisher keine weiteren Informationen. 

Zweite Leiche gefunden – ebenfalls eine "Black Lives Matter"-Aktivistin 

Die sterblichen Überreste von Toyin Salau wurden gemeinsam mit einer zweiten Leiche gefunden. Sie wurde als Victoria Sims identifiziert, eine 75-jährige "Black Lives Matter"-Aktivistin. Auch Sims war seit mehreren Tage als vermisst gemeldet. Victoria Sims war Teil der American Association of Retired Persons, einer NGO, die sich für die Interessen älterer Personen einsetzt.  

Sehen Sie im Video: Menschenmassen und ein schnelles Ende So verlief die Silent-Demo gegen Rassismus in Hamburg. In Hamburg ist die Botschaft eindeutig: "Black lives matter." Laut Polizei kommen etwa 9.000 Teilnehmer zur Silent-Demo am Jungfernstieg. Da auch am Rathausmarkt eine Verkündung stattfand, waren zwischenzeitlich etwa 14.000 Demonstranten in der Innenstadt. Die Polizei Hamburg ließ die Teilnehmer weitestgehend gewähren und schrieb bei Twitter im Vorfeld: "Wir sind an eurer Seite!" Und: "Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben!" So ganz vergessen ist die Pandemie trotz der Solidarität nicht. Da nur 525 Teilnehmer genehmigt waren, muss die Leiterin der Versammlung kurz nach dem Start das Ende der Veranstaltung verkünden. Die stille Demonstration fand offiziell ein schnelles Ende. Was bleibt, ist das laute Signal: Der gemeinsame Kampf gegen Diskriminierung hat gerade erst begonnen.
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Salau twitterte über sexuellen Missbrauch

Am 6. Juni, am Tag ihres Verschwindens, schrieb Salau auf Twitter, sie hatte eine Kirche aufsuchen wollen, in der sie persönliche Gegenstände gelassen hatte. Auf dem Weg dahin hatte ihr ein Mann angeboten, sie zu fahren und sie daraufhin sexuell missbraucht. Eine Freundin des Opfers bestätigte, dass der Twitter-Account Salau gehörte, berichtet CNN.

Salau war vor ihrem Tod als Aktivistin auf den lokalen "Black Lives Matter"-Protesten bekannt geworden. Sie äußerte sich in emotionalen Reden zum Tod von George Floyd sowie Tony McDade, einem afroamerikanischen Transgender-Mann, der Ende Mai von der Polizei in Tallahassee getötet wurde. CNN zitiert aus einer Rede, die auf Video festgehalten wurde: "Am Ende des Tages kann ich meine verdammte Hautfarbe nicht abnehmen. Überall, wo ich hingehe, werde ich diskriminiert, ob es mir gefällt oder nicht ... Also weißt du was? Ich werde daran sterben. Ich werde durch meine Hautfarbe sterben." Salaus Tod stieß eine neue Welle an Protesten und Anteilnahme an. Unter dem Hashtag #JusticeForToyin fordern tausende Social-Media-Nutzer Gerechtigkeit für die junge Frau.

Quellen: CNN, "Forbes", Twitter

fis

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