Urteilsverkündung Doppelmörder von Mansfeld muss lebenslang ins Gefängnis


Zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung hat das Landgericht Halle am Dienstag den Doppelmörder Gabor S. verurteilt, der im Juni 2008 eine Rentnerin und einen Arzt in Mansfeld erdrosselte.

Zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung hat das Landgericht Halle am Dienstag den Doppelmörder Gabor S. verurteilt, der im Juni 2008 eine Rentnerin und einen Arzt in Mansfeld erdrosselte. Außerdem stellte die Strafkammer die besondere Schwere der Schuld fest, die eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 38-jährige Angeklagte aus Friedrichrode im Landkreis Mansfeld-Südharz hatte die zwei Morde gestanden. Er wollte sich Geld beschaffen und damit in die Schweiz flüchten, um dem Gefängnis zu entgehen, wo er eine Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten abzusitzen hätte.

Am 29. Juni 2008 brach er in das einsam gelegene Haus der ihm flüchtig bekannten 76-jährigen Frau ein. Dort fand er aber kein Geld vor. "Sie hatten Pech, es war Monatsende", sagte der Vorsitzende Richter Jan Stengel zum Angeklagten gewandt. Nach Feststellung des Gerichts muss sich die Rentnerin gegen den Eindringling gewehrt haben. Es kam zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Mit einem Schnürsenkel erdrosselte Gabor S. die Rentnerin.

Danach rief einen Bereitschaftsarzt herbei und erdrosselte ihn sofort; es gab keinerlei Spuren eines Kampfes. Mit dem Auto des 64-jährigen Arztes und der Geldkarte der Frau fuhr er am nächsten Tag in die Schweiz. An einer Autobahnraststätte in Nordhessen tankte er und zahlte nicht. Die Polizei kam ihm über die Aufnahmen der Überwachungskamera auf die Spur. Gabor S. hob zwei Mal Geld vom Konto der getöteten Rentnerin ab. Er wurde am 1. Juli 2008 in einem Lokal in der Schweiz festgenommen.

Der Angeklagte hatte die Tötung der Frau und des Arztes gestanden, einen Vorsatz dazu aber bestritten. Ein Gerichtsgutachter bescheinigte ihm volle Schuldfähigkeit und "perfekte Verhaltenskontrolle bis zur Kaltblütigkeit" sowie eine "hohe Bereitschaft zum Begehen von Straftaten". Staatsanwalt Hendrik Weber betonte am Dienstagvormittag in seinem Plädoyer, vor solch einem Mann müsse die Gesellschaft geschützt werden.

Gabor S. hatte seine kriminelle Laufbahn mit seinem 16. Lebensjahr begonnen. Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Waffenbesitz, Fahren ohne Führerschein und Unterschlagungen gehören zu den Straftaten, für die er zuvor schon verurteilt wurde. Im April 2008 verurteilte das Landgericht Halle ihn zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft wegen Computerbetrugs, versuchten Waffenschmuggels, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Besitzes von Kinderpornos.

Bei diesem "Sammelsurium von Delikten" sei nicht davon auszugehen, dass hier aus Strafen gelernt werde, begründete Richter Stengel die Anordnung der Sicherungsverwahrung. Das Landgericht verurteilte Gabor S. wegen zweifachen Mordes in Tateinheit mit Raub, wegen Fahrens ohne Führerschein, Tank- und Geldbetrugs.

Die Verteidigung will in Revision gehen. Sie hatte auf eine Verurteilung wegen zweifachen Totschlags plädiert und eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt.

Gabor S. wird in der Schweiz verdächtigt, mit dem Verschwinden einer 47-jährigen Frau aus Rotkreuz im Sommer 2007 zu tun zu haben. Er gestand, die Leiche der Frau an jenem Tag bei Diepoldsau im Kanton St. Gallen in den Rhein geworfen zu haben. Nach ihrem Verschwinden wurde ihr Handy in der Ostschweiz, wo der Deutsche damals wohnte, und in Deutschland geortet. Auch nutzte Gabor S. ihre EC-Karte in Deutschland.

APN APN

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