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Tiangong -1: Heute Nacht stürzt die chinesische Raumstation ab - hier könnte sie einschlagen

Stürzen die Trümmer der abstürzenden chinesischen Raumstation Tiangong-1 ins Meer? Oder auf eine Stadt? Sicher ist nur: Es wird noch an diesem Osterwochenende passieren.

Das Ende des Himmelspalasts ist nah. Heute Nacht wird das chinesische Raumlabor Tiangong-1, was übersetzt "Himmelspalast" bedeutet, in Einzelteilen auf die Erdoberfläche herabfallen. Beim Eintritt in die Atmosphäre dürfte zwar der Großteil der ursprünglich 8,5 Tonnen schweren Raumstation verglühen. Doch geschätzt 1,5 bis 3,5 Tonnen Material bleiben am Ende vermutlich trotzdem übrig, glaubt Experte Holger Krag. Er arbeitet bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, die seit Jahren die taumelnde Raumstation im Auge behält. Vor allem große Teile wie Motoren und Generatoren könnten den Höllenritt durch die Atmosphäre überstehen und es bis zur Erdoberfläche schaffen.

Deutschland dürfte sicher sein

Wo die Trümmerteile einschlagen werden, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Denn Tiangong-1 umkreist die Erde noch einige Male in 160 Kilometern Höhe mit fast 27.000 Kilometern pro Stunde, bevor sie ihren letzten Flug absolviert. Die Einzelteile werden auf eine Gesamtfläche von etwa 1000 Kilometer Länge und nicht auf einen einzelnen Fleck herunterregnen, erklärte Krug gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

Hierzulande können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit aufatmen: Der Weltraumschrott dürfte Berechnungen zufolge in einem Band zwischen 43 Grad nördlicher Breite (dort liegt etwa Marseille) und 43 Grad südlicher Breite (dort liegen Argentinien oder Australien) auf die Erde treffen. Deutschland wäre somit nicht betroffen.

Auch der Zeitpunkt ist noch unklar. Zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen soll es soweit sein, am wahrscheinlichsten ist es nach derzeitigem Stand gegen 2.25 Uhr.

Keine ernsthaften Schäden zu erwarten

Große Schäden sind nicht zu erwarten. In der Geschichte der Raumfahrt sei es noch nie zu bestätigten Schäden durch herabfallenden Weltraumschrott gekommen, betont die Raumfahrtagentur Esa. Ganz ausschließen könne man Schäden natürlich nicht.

cf