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Tod nach Telefonscherz: Schwester aus Kates Klinik beging offenbar Selbstmord

Die Hinweise auf einen Suizid verdichten sich: Die Schwester, die in Kates Klinik Opfer eines Trickanrufs wurde, starb nicht durch fremde Hand. Sie soll zuletzt "traurig und einsam" gewesen sein.

Prinz Charles hatte den Trickanruf im Krankenhaus der schwangeren Kate noch auf die leichte Schulter genommen. "Woher wollen Sie wissen, dass ich kein Radiosender bin?", scherzte der 64 Jahre alte werdende Großvater am Donnerstag vor Journalisten. Es sorgte ja auch für Lacher weltweit, dass australische Radio-DJs als angeblicher Charles und angebliche Queen Elizabeth II. Auskunft über Kates Gesundheitszustand bekamen. Doch nun ist eine der beiden Krankenschwestern, die sich hatte foppen lassen, tot. Kate und William sind "tief traurig". Der australische Radiosender zeigte sich bestürzt.

Was ist passiert? Wie die Frau gestorben ist, ob es ein Suizid war, wurde nicht mitgeteilt. Die Klinik sprach von einem "tragischen Tod". Ein Fremdverschulden schlossen die Ermittler aus. Scotland Yard gab keine Details bekannt, unter welchen Umständen die Frau am Freitagmorgen in London gefunden wurde.

"Zu keinem Zeitpunkt hat sich der Palast beschwert"

Das King Edward VII Hospital versicherte, die Krankenschwester seit dem Vorfall vom Dienstag unterstützt zu haben. Laut BBC soll die zweifache Mutter nach der Panne "einsam und verwirrt" gewesen sein.

Der St. James's Palast bestritt, dass die Royals wegen der Indiskretion auf Konsequenzen gedrungen hätten. "Zu keinem Zeitpunkt hat sich der Palast bei dem Krankenhaus über den Vorfall beschwert. Im Gegenteil: Wir haben den beteiligten Krankenschwestern und dem Krankenhaus-Personal zu jeder Zeit unsere vollste, von Herzen kommende Unterstützung angeboten", erklärte ein Sprecher. Prinz William und seine Frau Kate seien in Gedanken und Gebeten bei den Angehörigen der Krankenschwester.

"Eine exzellente Krankenschwester"

Nach BBC-Informationen soll die Frau die Mitarbeiterin gewesen sein, die den Anruf zur Station stellte - nicht die Kollegin, die Auskunft über Kates Wohlbefinden gab und in den frühen Morgenstunden kurz erklärte, es gehe der schwangeren Herzogin von Cambridge gut und sie schlafe gerade.

Die Klinik, in der sich Kate wegen Übelkeit behandeln ließ, hatte eine rasche Untersuchung angekündigt, wie es zu dem Fauxpas kommen konnte. Laut BBC wurde die Frau aber weder suspendiert noch anders bestraft.

Die noble Privatklinik bemühte sich noch, darzustellen, dass die Schwester auch unter ihren Kollegen keinen schweren Stand gehabt habe. Sie sei eine "exzellente Krankenschwester" gewesen, seit mehr als vier Jahren in dem Krankenhaus beschäftigt und "respektiert und beliebt" bei allen. "Jeder hier ist schockiert."

Radiomoderatoren legen Arbeit vorerst nieder

Der australische Radiosender reagierte auf seiner Facebook-Seite bestürzt. "Southern Cross Austereo (SCA) und 2Day FM sind tief traurig über die tragische Nachricht vom Tod der Krankenschwester Jacintha Saldanha des King Edward VII Hospital", hieß es in der Stellungnahme des Senders aus Sydney. Man fühle "tiefstes Mitgefühl mit ihrer Familie und allen, die von dieser Situation weltweit betroffen sind." Beide Radiomoderatoren werden demnach vorerst ihre Show ruhen lassen - "aus Respekt für das, was nur als Tragödie beschrieben werden kann".

Inga Radel/DPA / DPA