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Tornado in Oklahoma: Wiederaufbau wird wohl mehrere Milliarden US-Dollar kosten

Vor zwei Tagen fegte ein Tornado über die US-Kleinstadt Moore hinweg und hinterließ eine Schneise der Zerstörung. Der Wiederaufbau wird teuer - Experten gehen von mehreren Milliarden US-Dollar aus.

Zwei Tage nach dem verheerenden Tornado in der amerikanischen Kleinstadt Moore haben am Mittwoch die Aufräumarbeiten begonnen. Die Einsatzkräfte gingen davon aus, alle unter den Trümmern Verschütteten gefunden zu haben. Dennoch wurden Suchhunde eingesetzt, um letzte Zweifel auszuschließen. Am Montag war der Wirbelsturm mit massiver Wucht über den Vorort von Oklahoma-City hinwegefegt. Mindestens 24 Menschen starben. In einer rund zwei Kilometer breiten Schneise der Zerstörung wurden zwei Grundschulen, das Krankenhaus und zahlreiche Wohnhäuser dem Erdboden gleichgemacht. Der Schaden geht ersten Schätzungen zufolge in die Milliarden.

"Wir werden die Suche nach Verschütteten fortsetzen, um sicherzugehen, dass wir niemanden übersehen haben", sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Die Aufräumarbeiten rückten aber jetzt immer mehr in den Mittelpunkt. Das Schicksal aller als vermisst Gemeldeten sei geklärt, sagte ein anderer Behördenvertreter. Nach dem Tornado waren mehr als 100 Menschen aus den Schuttbergen gerettet worden. Die Zahl der Todesopfer war geringer als zunächst befürchtet. Es kamen auch neun Kinder ums Leben, sieben von ihnen wurden aus den Trümmern der eingestürzten Plaza-Towers-Grundschule geborgen.

Es war der folgenschwerste Tornado in den USA seit zwei Jahren. 2011 waren durch einen Wirbelsturm im Bundessaat Missouri 161 Menschen getötet worden. Die geringere Zahl der Toten in Moore führten einige Experten darauf zurück, dass viele der Einwohner über kleine sturmsichere Unterschlupfe verfügten. Dabei handelte es sich um betonierte Hohlräume unter den Garagen. Keller hatten die meisten der zerstörten Häuser hingegen nicht.

2400 Häuser zerstört oder beschädigt

Ein Flug über die vom Tornado in Moore betroffenen Gebiete habe gezeigt, dass rund 2400 Häuser zerstört oder beschädigt wurden, erklärte die Katastrophenschutzbehörde. Rund 10.000 Menschen seien von den Folgen des Tornados betroffen.

Die auf Risikoabschätzung spezialisierte Agentur AIR Worldwide schätzte die Kosten für den Wiederaufbau in einer ersten Bestandsaufnahme auf etwa sechs Milliarden Dollar. Die Angaben beziehen sich auf die Schneise, die der Tornado geschlagen hat. Die AIR weiß allerdings noch nicht, wie groß der Tornado genau war. Bei einem Sturmdurchmesser von 0,8 Meilen wären den Angaben zufolge 'nur' Gebäude im Wert von 2,2 Milliarden Dollar betroffen, bei einem Durchmesser von zwei Meilen geht AIR von 6,4 Milliarden Dollar aus.

Die versicherten Schäden dürften sich auf mehr als eine Milliarde US-Dollar (mehr als 0,77 Milliarden Euro) summieren, sagte Kelly Collins von Oklahomas Versicherungsbehörde in der Nacht zum Mittwoch dem US-Fernsehsender CNN. Der Versicherungsbeauftragte von Oklahoma, John Doak, geht davon aus, dass die versicherten Schäden die des Wirbelsturms in Missouri übertreffen werden. Diese lagen bei über zwei Milliarden Dollar. Beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re hielt man sich noch zurück: Für eine konkrete Einschätzung der Schäden sei es zu früh, hieß es.

jwi/Reuters/AFP / Reuters