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Übernahme von Russel Stover: Lindt & Sprüngli kauft Hersteller von "Forrest-Gump"-Pralinen

Es ist die größte Übernahme in der Geschichte von Lindt & Sprüngli: Der Schokoladenhersteller kauft den Fabrikanten Russell Stover. Damit stärken die Schweizer ihr wichtiges US-Geschäft.

Durch den Film "Forrest Gump" erreichten sie Kult-Status: die Pralinen des US-Schokoladenherstellers Russell Stover Candies. Hauptdarsteller Tom Hanks sitzt in dem Film auf einer Parkbank, isst die Schoko-Kügelchen und sinniert über das Leben. Eine Übernahme durch den Branchenriesen Lindt & Sprüngli könnte die Firma aus Kansas City international noch bekannter machen. Die Schweizer wollen mit dem Kauf zur Nummer drei unter den Schokoladenherstellern in Nordamerika aufsteigen - nach Hershey und Mars.

Die Übernahme sei die bisher größte und strategisch wichtigste in der Geschichte von Lindt & Sprüngli, sagte der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe, Ernst Tanner, am Montag. 2015 soll der Umsatz in Nordamerika die 1,5-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten.

Lindt will mehr Valentins-Produkte

Der Schokoladenfabrikant wird in den USA dann mit den Marken Lindt, Ghiradelli, Russell Stover und Whitman's vertreten sein. Wachsen will Lindt & Sprüngli - in Deutschland vor allem für die in Goldpapier eingepackten Schokoladen-Osterhasen bekannt - in den wichtigsten US-Märkten mit Geschenk-Pralinen und Valentinstag-Produkten.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Zuletzt war aber von rund 1,4 Milliarden Dollar (rund 1 Mrd Euro) die Rede.

Kansas City bleibt Hauptsitz von Russel Stover

Hauptsitz von Russell Stover soll Kansas City bleiben. Das Unternehmen produziert an vier Standorten und erzielte im vergangenen Jahr mit 2700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 500 Millionen Dollar. Der 1923 in Denver gegründete Pralinenhersteller gehört bislang der Unternehmerfamilie Ward. Sie hatte Anfang des Jahres die Investmentbank Goldman Sachs mit dem Verkauf beauftragt.

Lindt & Sprüngli setzte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1,2 Milliarden Franken (rund 1 Mrd Euro) um, 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bereinigt um Währungseffekte lag der Zuwachs bei 9,2 Prozent. Die Premium-Schokolade wird an acht eigenen Produktionsstandorten in Europa und den USA hergestellt.

kis/DPA / DPA