Ein Crewmitglied des Forschungsschiffs "Malizia Explorer" des Solo-Weltumseglers Boris Herrmann ist nach Angaben des Teams vor der brasilianischen Küste tödlich verunglückt. Das Team Malizia sei zutiefst betrübt, gemeinsam mit der Familie den Tod des 32-Jährigen aus Deutschland zu bestätigen, hieß es in dem Statement vom Donnerstag. Der Unfall hatte sich am Mittwoch im Bereich von Fernando de Noronha, einer Inselgruppe vor der Küste Brasiliens, ereignet.
Das etwa 26 Meter lange Forschungsschiff hatte das Team um Boris Herrmann 2025 für wissenschaftliche Expeditionen zusätzlich zu seinen Rennbooten erworben. Unter anderem hatte die Umwelt-Aktivistin Luisa Neubauer im vergangenen Januar an einer vierwöchigen Forschungsreise in die Antarktis mit dem Forschungssegler teilgenommen.
Herrmann und Team unterstützen Familie des Verunglückten
Der Hamburger Herrmann war zum Zeitpunkt des Unfalls am Hauptsitz seines Teams in Lorient in Frankreich. Das Team und auch Herrmann stünden in engem Kontakt mit der Familie des Verunglückten und "bieten in dieser unglaublich schweren Zeit ihre volle Unterstützung an".
Gleichzeitig arbeite das Team mit den örtlichen und auch den deutschen Behörden zusammen. Ebenso werde "den an Bord befindlichen Personen, die von dem tragischen Ereignis betroffen sind, Unterstützung zuteil".
Das Schiff war Mittwoch aus Rio de Janeiro eingetroffen und lag in der Bucht von Praia do Porto im Nordosten der Hauptinsel vor Anker. Dort hatte die Mannschaft im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts vor der geplanten Atlantiküberquerung einen geplanten Zwischenstopp eingelegt.
Plötzliche Ohnmacht als mögliche Ursache
In seinem Statement weist Team Malizia auf eine Erklärung der Gesundheitsbehörde der Inselgruppe hin, nach der der 32-Jährige eine plötzliche Ohnmacht unter Wasser erlitten habe. Die in der Nähe befindlichen Besatzungsmitglieder der "Malizia Explorer" hätten "sofort reagiert", den Rettungsdienst alarmiert und Erste Hilfe geleistet.
Auch die lokalen Rettungskräfte hätten "schnell reagiert, die Wiederbelebungsmaßnahmen vor Ort fortgesetzt und den Verunglückten ins Krankenhaus gebracht". Trotz aller Bemühungen sei er dort gestorben. Eine bereits angelaufene Ermittlung soll den genauen Unfallhergang klären.
Verunglückter war zuvor als Tourist unterwegs
Der Verunglückte war laut Team Malizia "mehrere Monate als Rucksacktourist über Land und auf dem Wasser unterwegs" gewesen. Er sei im Dezember 2025 in Argentiniens südlichster Stadt Ushuaia auf die Crew der "Malizia Explorer" getroffen. Im Statement von Team Malizia hieß es: "Bei seiner Begeisterung, seiner Freundlichkeit und seiner tiefen Leidenschaft für das Segeln und das Meer freute sich die Crew, ihn einige Monate später, im März 2026, für die Atlantiküberquerung an Bord zu haben."