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Urteil in Potsdam: Lebenslange Haft für Vater von verbrannten Mädchen

Ein 41-jähriger Mann hatte seine beiden Töchter in Brandenburg bei lebendigem Leibe im Auto verbrannt. Das Gericht in Potsdam verurteilte den geständigen Dänen jetzt zu lebenslanger Haft.

Das Auto geht in Flammen auf, darin sitzen zwei Kinder. Sie haben keine Chance und sterben einen schrecklichen Tod. Für das Landgericht in Potsdam steht fest: Verantwortlich für den Flammentod der Mädchen im vergangenen August ist der Vater. Es verurteilte den Dänen am Donnerstag zu lebenslanger Haft.

Der 41-Jährige legte ein Geständnis ab. Kurz nach dem Verbrechen hatte er noch von einem Unfall gesprochen.

Mädchen mit Schlaftabletten betäubt

Der Angeklagte sei mit seinem Plan, die Kinder der Mutter zu entziehen, gescheitert, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Daher habe er den Entschluss gefasst, seine beiden Töchter zu töten.

Der Vater, der im vergangenen August mit den Mädchen allein unterwegs war, irrte mit dem Wagen umher und fuhr nahe der Autobahn 24 (Hamburg-Berlin) auf einen Waldweg bei Börnicke in Brandenburg. "Von der Straße aus war der Wagen nicht mehr zu erkennen", sagte der Richter. Seinen Töchtern hatte der Vater schon während der Fahrt "mindestens jeweils eine Schlaftablette" gegeben. Auf dem Waldweg goss er laut Gericht Benzin aus zwei Fünf-Liter-Kanistern in das Innere des Wagens und zündete den Sprit an - ein Flammenmeer loderte auf.

Die schlafenden Kinder hatten keine Chance, Ermittler fanden ihre verkohlten Leichen auf der Rückbank. Auch der Vater erlitt Verbrennungen, er rettete sich jedoch mit einem Sprung aus dem Auto. Nach der Tat irrte der Mann an der Autobahn umher. Lastwagenfahrer riefen die Polizei. Zunächst sprach der Däne von einem Unfall - aber dann entpuppte sich der rätselhafte Fall als Familiendrama. Der 41-Jährige sprach davon, dass er sich selber habe töten und die Kinder mitnehmen wollen, damit sie nicht ohne ihn weiterleben müssten.

Selbstmordversuch im Gefängnis

Kurz vor dem Termin, als seine Ex-Frau vor Gericht gehört werden sollte, versuchte sich der Mann in der Haft selbst zu töten. Nach bisheriger Einschätzung seines Verteidigers ist er weiter suizidgefährdet.

Der Vorsitzende Richter sagte, dass der Mann nach der Trennung von seiner Frau in einem Wettbewerb mit ihr gestanden habe - er habe ihr vor allem die Kinder nicht gegönnt. Die Trennung war von der Frau ausgegangen. Der Däne habe keine Perspektive gesehen. "Aus seiner Sicht ging es eigentlich immer stetig bergab", sagte der Richter. Bei seiner Ex-Frau sei das Gegenteil der Fall gewesen. Die Folge: Der Streit um die Kinder mit tödlichem Ausgang.

Keine besondere Schwere der Schuld

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend der Forderung des Staatsanwalts, stellte jedoch nicht die besondere Schwere der Schuld fest. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Angeklagte nicht automatisch nach 15 Jahren darauf hoffen können, dass seine Reststrafe auf Bewährung ausgesetzt wird.

Dem Plädoyer des Staatsanwalts hatte sich auch der Anwalt der Mutter der toten Kinder angeschlossen. Die Frau trat als Nebenklägerin auf. Der Anwalt des Dänen hatte auf Totschlag plädiert.

fw/DPA / DPA
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