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US-Experimente an Menschen in Guatemala: Bericht legt Brutalität der Versuche offen

Ein US-Bericht enthüllt die Grausamkeit der Taten: In Guatemala führten US-Mediziner in den 1940ern brutale Experimente durch. Tausende Menschen wurden den Versuchen unterzogen, mindestens 83 verloren dabei ihr Leben. Die guatemaltekische Regierung will nun die Opfer und ihre Familien auf Folgeschäden untersuchen lassen.

Durch makabre Menschenversuche von US-Medizinern zu Geschlechtskrankheiten sind in Guatemala in den 40er Jahren mindestens 83 Menschen getötet worden. Von fast 5500 zu medizinischen Tests herangezogenen Menschen seien mehr als 1300 gezielt mit Geschlechtskrankheiten infiziert worden, erklärte eine von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission am Montag.

Von den mehr als 1000 Testpersonen, die in den Jahren zwischen 1946 und 1958 gezielt mit Tripper oder Syphilis infiziert worden seien, seien den Ermittlungen zufolge weniger als 700 medizinisch behandelt worden, sagte Kommissionsmitglied Stephen Hauser. Den Ermittlungen zufolge seien 83 von ihnen gestorben. Eine vom guatemaltekischen Präsidenten Álvaro Colom eingesetzte Kommission soll ihren Bericht im Oktober dieses Jahres veröffentlichen.

Schwere Menschenrechtsverletzungen

Kommissionschefin Amy Gutmann sprach von einer "historischen Ungerechtigkeit". Was in Guatemala geschehen sei, sei "kein Unfall gewesen". Einige der beteiligten US-Forscher hätten schon damals gesagt, dass sie ähnliches nicht in ihrem Heimatland tun könnten. Die Wissenschaftler hätten bei ihren Forschungen "nicht den geringsten Respekt für Menschenrechte und Moral" gezeigt und allem Anschein nach versucht, ihr Vorgehen zu vertuschen.

"Es war ein inhumanes und brutales Verhalten", kritisierte Anita Allen von der US-Kommission. "Man hat ihnen Wunden geöffnet und Bakterien, Meningitis, Neurosyphilis und andere Krankheiten gespritzt. Und das sind schwere Menschenrechtsverletzungen."

Rund 1500 Testpersonen

Ziel der Menschenversuche war es herauszufinden, ob der damals noch neue Wirkstoff Penicillin vorbeugend gegen Geschlechtskrankheiten wirkt. Der US-Forscher John Cutler und seine Kollegen rekrutierten rund 1500 Testpersonen in Guatemala, darunter psychisch Kranke, für ihre Versuche.

Zunächst infizierten die Wissenschaftler Prostituierte und ermunterten sie, ungeschützten Sex mit Soldaten oder Gefängnisinsassen zu haben. Weil sich nur wenige Männer ansteckten, infizierten die Ärzte schließlich Soldaten, Gefängnisinsassen sowie psychisch Kranke direkt mit den Krankheitserregern. Die Testpersonen wurden dabei weder darüber aufgeklärt, worum es in den Versuchen ging, noch vor den möglicherweise tödlichen Folgen gewarnt.

Zufälliger Fund einer US-Professorin

US-Präsident Obama und seine Regierung hatten sich im vergangenen Oktober offiziell bei Guatemala für die Menschenversuche entschuldigt. Einen Monat später setzte Obama die Untersuchungskommission ein, um die Vorgänge aufzuklären. Der guatemaltekische Präsident Alvaro Colom verurteilte die Experimente als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ordnete eine eigene Untersuchung an.

Ans Licht kamen die Menschenversuche, als eine US-Professorin zufällig in einem Archiv auf Unterlagen zu den Experimenten stieß. Der 2003 verstorbene Wissenschaftler Cutler war auch an einer als "Tuskegee-Experiment" bekannt gewordenen umstrittenen Studie beteiligt. Dabei wurden in den Jahren zwischen 1932 und 1972 hunderte Afroamerikaner mit fortgeschrittener Syphilis zwar wissenschaftlich beobachtet, aber nicht behandelt.

Überlebende sollen untersucht werden

In Guatemala reagierten die Menschen mit Empörung auf den Bericht. Bei den Versuchspersonen, die mit Penizillin behandelt wurden, soll es sich um Waisenkinder, Indios, Behinderte, Soldaten und Prostituierte gehandelt haben.

Bisher sind nach Angaben des stellvertretenden Präsidenten von Guatemala, Rafael Espada, fünf Überlebende aufgespürt worden, die nicht gewusst hätten, warum sie erkrankt seien. Sie und ihre Angehörigen sollen nun zu medizinischen Tests in die Hauptstadt Guatemala-Stadt gebracht werden, um zu klären, welche Folgen die Menschenversuche auf die Gesundheit der Familien hatten.

Die Medien des Landes berichteten am Dienstag ausführlich über den Skandal und verurteilten die Tests als "Scheußlichkeit". "Alle Bürger der USA sollten Scham empfinden", schrieb die bedeutendste Zeitung "Prensa Libre". "Alle Guatemalteken werden Schmerz und Wut empfinden."

liri/AFP/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.