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US-Streitkräfte: Atom-U-Boot kollidiert mit Marineschiff

Brisanter Zusammenstoß im Persischen Golf: Das amerikanische Atom-U-Boot "USS Hartford" ist in der Straße von Hormus mit einem Transportschiff der US-Marine kollidiert. 15 Matrosen zogen sich Verletzungen zu, fast 100.000 Liter Diesel flossen ins Meer. Der Nuklear-Reaktor des U-Bootes sei aber intakt, versichert die US-Marine.

Ein amerikanisches Atom-U-Boot und ein Schiff der US-Marine sind nach amerikanischen Militärangaben in der Nacht zum Freitag in der persischen Golfregion zusammengestoßen. Dabei wurden 15 Matrosen an Bord des U-Bootes leicht verletzt. Sie konnten aber inzwischen ihre Arbeit wieder aufnehmen, hieß es in einer Mitteilung der 5. US-Flotte.

Den Angaben zufolge ereignete sich die Kollision in der Straße von Hormus nahe Iran auf der einen und Dubai auf der anderen Seite der Meerenge während "Routineoperationen". US-Marinesprecher Nate Christensen teilte mit, beide Schiffe seien auf dem Weg zu ihren Stützpunkten gewesen. Der Zusammenstoß sei in der Nacht gegen 1 Uhr Ortszeit erfolgt. Der nukleare Antriebsreaktor an Bord des U-Bootes "USS Hartford", die zum Zeitpunkt der Kollision untergetaucht war, sei nicht beschädigt worden, dagegen aber der Tank des Schiffes mit dem Namen "New Orleans". Etwa 95.000 Liter Diesel seien ins Wasser ausgelaufen.

Wie es weiter hieß, konnten beide Boote aus eigener Kraft einen Hafen anlaufen, wo sie inspiziert werden sollen. Dem Fernsehsender CNN zufolge befanden sich an Bord des U-Bootes etwa 145 Marinesoldaten. Das Amphibienschiff "New Orleans" könne fast 1100 Besatzungsmitglieder beherbergen.

Loren Thompson, Marine-Experte vom amerikanischen Lexington-Institut, sagte, der Unfall werde mit Sicherheit zur Suspendierung von Offizieren führen. "Diese Art Unfälle ist so ungewöhnlich, dass man sicher sein kann, dass einer der Kapitäne einen größeren Fehler gemacht hat", sagte Thompson.

Anfang Februar waren ein französisches und ein britisches Atom-U-Boot im Atlantik zusammengestoßen und dabei beschädigt worden. Die französische "Le Triomphant" konnte damals aus eigener Kraft nach Brest zurückfahren, die britische "HMS Vanguard" musste in ihren schottischen Heimathafen Faslane geschleppt werden.

DPA/AP / AP / DPA