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Video "Digitale Welt" - Hessens Schüler testen neues Unterrichtsfach

STORY: Besuch bei der 5a der Albert-Einstein-Schule im hessischen Schwalbach. Im Rahmen eines Pilot-Projekts des Landes Hessen steht hier seit September das Schulfach "Digitale Welt" auf dem Stundenplan. Mit der Einführung ist Hessen bundesweit Vorreiter. In rund 70 Klassen der Jahrgangsstufe 5 wird das Konzept ein Schuljahr lang erprobt. Die Digitalisierung sei für die Gesellschaft so tiefgreifend, dass sie auch Innovationen in der Pädagogik erforderlich seien, heißt es aus dem hessischen Kultusministerium. Eva Görling, Lehrerin einer fünften Klasse an der Albert-Einstein-Schule, beschreibt es so: "Wir schauen uns ISBN und Binärcode an und dergleichen und haben dann zum Abschluss noch mal so das große Thema Vernetzung. Wie arbeiten Rechner, Router und Server zusammen? Und dann auch wie funktioniert überhaupt so die Orientierung im Internet? Wie bewege ich mich da sicher? Wie gehe ich in sozialen Medien um? Wie schütze ich mich vor Cybermobbing-Angriffen wie vor Hackern, Viren, Trojanern? Wie suche ich valide Informationen und wie erkenne ich Fake News?" Das freiwillige Schulfach wird zwei Stunden in der Woche unterrichtet. Es soll Grundlagen der Informatik zusammen mit den zunehmend wichtiger werdenden ökonomischen und ökologischen Aspekten der digitalen Medien-Welt vermitteln. Auch grundlegende Themen wie Funktionsweise und Vernetzung der Geräte werden mit den Schüler_innen besprochen. Wichtige Fragen dabei: Wie prägen digitale Geräte unseren Alltag, wie bewegt man sich sicher im Internet? Schulleiterin Anke Horn: "Wir halten es schon für notwendig, wie wohl auch der Herr Kultusminister, dass wir alle Schülerinnen und Schüler heranführen daran, dass sie Grundverständnis für das Funktionieren der Systeme haben und auch Grundkenntnisse in Programmierung haben, weil nahezu jedes Berufsfeld heutzutage mit IT und Digitalisierung zu tun hat." Doch für die Zukunft des Fachs braucht es noch mehr. "Von der Politik würde ich mir wünschen, dass wir eine größere Unterstützung im IT-Support bekommen, dass wir mehr Lehrkräfte bekommen, dass wir Verwaltungs- und Technikkräfte bekommen, damit Lehrkräfte die Möglichkeit haben, auch ihren Unterricht zu halten." Bei den Schülern kommt das neue Schulfach sehr gut an: "Also mir macht das Fach sehr viel Spaß. Ich find das auch sehr interessant, weil da machen wir auch was am iPad und das wird auch, es wird auch sehr viel in der Arbeit helfen, weil da ist man ja auch meistens an digitalen Geräten." "Ich kannte mich schon aus, weil ich habe genau das gleiche Ipad." "Bei Tik-Tok-Trends da schlägt mich jeder Schüler und kennt sich viel besser aus als ich. Es ist wirklich wahr, wir holen die Schüler mitten aus dem digitalen Leben und können ganz, ganz viel aufgreifen, was die Schülerinnen und Schüler schon können. Aber die Schülerinnen und Schüler haben zugleich auch ganz viele Fragen, die wir jetzt endlich beantworten können. Die wollen zum Beispiel wissen, wie das Smartphone, das sie täglich benutzen, funktioniert, aus welchen Teilen das aufgebaut ist." Die direkte Anwendung steht im Vordergrund, man will das Fach besonders anschaulich und lebensnah gestalten, auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt der Zukunft. Noch wird das neue Fach nicht benotet und ist nicht versetzungsrelevant. Ende des Schuljahres will das Kultusministerium die Erfahrungen in den Pilotklassen evaluieren und entscheiden, ob und in welcher Form Digitale Welt mittelfristig Regelunterricht werden kann.
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Im Rahmen eines Pilot-Projekts des Landes steht seit September für die 5a der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach das neue Schulfach "Digitale Welt" auf dem Stundenplan. Mit der Einführung ist Hessen bundesweit Vorreiter. In rund 70 Klassen der Jahrgangsstufe 5 wird das Konzept ein Schuljahr lang erprobt.

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