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Video Ein Herz für die Wiesn – Geflüchtete aus der Ukraine arbeiten in bayerischer Zuckerbäckerfabrik

STORY: Konzentriert verteilt Natalia Porub die Zuckermasse auf dem Lebkuchenrohling. Die 43-Jährige kommt ursprünglich aus Odessa, musste aber aus der Ukraine im März flüchten. Natalia Porub arbeitet nun seit einigen Wochen bei der Firma „Zuckersucht“, die sich auf die Produktion von Lebkuchen für Volksfeste spezialisiert hat. Und ist sehr happy über ihren neuen Job: O-Ton Natalia Porub „Ich liebe diese Arbeit. Ich wusste nicht, dass diese Arbeit zu mir passt. Vielleicht einfach, weil wir großartige Menschen hier haben. Ich weiß nicht, aber ich mag diese Arbeit. Ich arbeite mit Freude, guter Laune, mit Motivation und Inspiration.“ Seit der Verkündung des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter vor knapp drei Wochen „Die Wiesn findet statt“, läuft hier die Produktion von Lebkuchenherzen auf Hochtouren. Doch einfach ist das nicht. Alles ist knapp: die Zeit, die Rohstoffe, das Fachpersonal. Da kam der Tipp eines ukrainischen Nachbarn von Bernd Dostler, dem Besitzer von „Zuckersucht“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Der vermittelte dem Zuckerbäcker Kontakte zu geflüchteten Landsleuten. Nach kurzem Probearbeiten hat Dostler nun insgesamt 18 Männer und Frauen aus der Ukraine eingestellt. O-Ton Bernd Dostler „Und ich könnte bestimmt nochmal 20 Stück brauchen. Ich muss denen aber eigentlich auch Wohnraum zur Verfügung stellen. Jetzt wohnen die Leute alle oben und sind in ihren Apartments alle besetzt, aber das ist immer das Problem. Man hat keine Unterkunft für die Leute und dann können sie halt auch nicht arbeiten.“ Probleme machen nicht die fehlenden Deutschkenntnisse, sondern die langsam mahlenden Mühlen der bayerischen Behörden. Teilweise dauert es Wochen, bis eine Arbeitsgenehmigung ausgestellt wird. Derweil rollt ein Herz nach dem anderen vom Band, sorgfältig verziert von Natalia Porub und ihren Kolleginnen, die aus vielen Teilen der Welt kommen.
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Es ist eine Win-win-Situation: in München laufen die Vorbereitungen für das Oktoberfest auf Hochtouren und dafür werden händeringend Helferinnen und Helfer gesucht. Viele Geflüchtete aus der Ukraine suchen dringend Arbeit. Eine auf die Produktion von Lebkuchenherzen spezialisierte Firma aus der Nähe von München hat nun 18 Männer und Frauen in Vollzeit eingestellt.

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