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Video Ifo: 2021 dämpfen Lieferengpässe in der Industrie den Aufschwung

Das ifo-Institut in München senkt seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr. Schuld seien Lieferengpässe, so Chefökonom Timo Wollmershäuser. "Wir gehen jetzt davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2,5 Prozent wächst und damit 0,8 Prozent weniger als wir das im Sommer noch erwartet haben. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend, dass uns die Industrie derzeit etwas Sorgen breitet. Wir haben seit Jahresbeginn im Grund genommen schon einen Rückgang in der Produktion in der Industrie. Und das hat mit den Lieferengpässen zu tun, die die deutsche Industrie derzeit hatte, die Auftragsbücher sind zwar voll, also im Grund genommen gibt es genug Nachfrage nach den Industriewaren, die in Deutschland produziert werden. Aber die Industrieunternehmen können einfach diese Nachfrage nicht bedienen, weil es ihnen an wichtigen Vorprodukten fehlt." Dieser Mangel habe sich den vergangenen Monaten noch einmal verschärft. Die Lage werde sich aber mit dem Abflauen der Coronakrise entspannen, so Timo Wollmershäuser. "Weil durch die Normalisierung der Konsumstruktur weg von den Waren hin zu den Dienstleistungen eben auch der Nachfrageseitige Druck auf Elektronikartikel, auf langlebige Konsumgüter allmählich abflauen wird. Von daher geht das Hand in Hand." Für eine neue Bundesregierung werde es schwierig, die in der Coronakrise angehäuften Schulden zurückzuholen. "Wir müssen wirklich gut haushalten in den nächsten Jahren. Demografischer Wandel bedeutet, dass wir zum einen neue Ausgaben bekommen werden, um die alternde Gesellschaft zu finanzieren, aber wir werden eben auf der Einnahmeseite Schwierigkeiten haben, all die Wünsche, die da anstehen zu erfüllen. Die neue Bundesregierung steht vor wesentlich schwierigeren Voraussetzungen als das in den letzten zehn, 15 Jahren." Dennoch könne die künftige Bundesregierung 2022 mit dem stärksten Wirtschaftswachstum seit der Wiedervereinigung rechnen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 5,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher. Bislang waren sie nur von 4,3 Prozent ausgegangen.
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Dennoch könne die künftige Bundesregierung 2022 mit dem stärksten Wirtschaftswachstum seit der Wiedervereinigung rechnen.

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