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Video Madagaskar - Opfer des Klimawandels

Wenn das Muac-Band die Farbe Rot zeigt, wird es kritisch. Es bedeutet: Dieses Kind ist akut mangelernährt, es braucht dringend Hilfe. Mitarbeiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen führen den Schnelltest regelmäßig bei unterernährten oder akut mangelernährten Kindern durch, wie hier in Madagaskar. Die Vereinten Nationen, die derzeit in Glasgow des 26. Weltklimagipfel abhalten und von denen diese Bilder sind, schlagen jetzt Alarm. Durch den Klimawandel ausgelöste Extremwetterlagen führen laut ihrer Einschätzung dazu, dass Kinder unter Armut und Mangelernährung leiden. In Madagaskar waren es in diesem Jahr die extremen Dürren, die die zu ausfallenden Ernten und einem mangelnden Zugang zu Trinkwasser geführt haben. Masy Celestinea ist 47 Jahre alt und Mutter. Einen acht Monate alten Sohn hat sie bereits verloren, weil sich in seinem Bauch Kaktusfruchtsamen angesammelt haben. Familien, die sich vor 15 Jahren noch von der Landwirtschaft ernähren konnten, kämpfen jetzt ums Überleben und suchen nach Kakteenblättern, die normalerweise an das Vieh verfüttert werden, oder essen Heuschrecken und andere wilde Blätter. "Das ist es, was wir essen; das ist alles, was die Leute im Dorf essen. Denn es hat schon seit fünf Jahren nicht mehr geregnet. Diejenigen, die Rinder besaßen, haben keine mehr, weil sie all ihr Vieh verkauft haben. Sieh dir unsere Ernte an, es wächst kein einziges Blatt mehr, nicht ein einziges. Wenn du dir die Straße anschaust, sie ist trocken. Und alle Winde sind voller Sand." Im Süden des Inselstaats gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Hungersnot durch den Klimawandel aufhört. Arduino Mangoni vom UN-Welternährungsprogramm: "Wegen der Dürre, wegen der Sandstürme - das ist ein neues Phänomen, das sich erst in den letzten paar Jahren manifestiert hat. Die Preise schießen in die Höhe, weil die landwirtschaftliche Produktion sehr schlecht ist und die Menschen nicht genug zu essen haben. Sie haben nicht das Geld, um sich Lebensmittel zu beschaffen, und die Unterernährungsraten steigen an." Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind mehr als 1,1 Millionen Menschen in Madagaskar von schwerem Hunger betroffen, 14.000 Menschen befinden sich demnach in einer fast hungerähnlichen Situation. Staats- und Regierungschefs subsaharischer Länder hatten auf der Weltklimakonferenz in Glasgow gefordert, dass die wohlhabenden Länder, die für den Großteil der Kohlenstoffemissionen verantwortlich sind, eine frühere Zusage einhalten und 100 Milliarden Dollar pro Jahr bereitstellen, um den ärmeren Ländern bei der Bewältigung des Klimawandels zu helfen. Die G20-Gruppe der großen Industrienationen ist nachweislich für rund 80 % der weltweiten Treibhausgase verantwortlich.
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Weil es seit Jahren nicht mehr geregnet hat und extreme Dürreperioden und Sandstürme das Land heimsucht haben, sind Millionen von Menschen akut mangelernährt.

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