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Video Sibirien: Kamele gegen Klimawandel

Das ewige Eis - hält gar nicht so ewig. In der russischen Region Jakutien taut seit Jahren der Permafrostboden und das fördert so einiges zutage, sagt der Ökologe Nikita Zimov. "Es ist das Bein eines Mammuts. Es ist nicht sehr groß. Aber es ist ein gutes Stück." Solche Funde kommen an den Ufern des Flusses Kolyma inzwischen immer öfter vor. Mit dem Eis tauen auch Mikroorganismen auf, die beginnen, die eingeschlossenen organischen Stoffe zu zersetzen. Dabei entstehen unter anderem Kohlenstoffdioxid und Methangas. Die treiben den Klimawandel voran. Als Folge wird es wärmer; der Permafrost schmilzt noch schneller. "Hier zum Beispiel - das ist ein Stück Eis. Sehen Sie, klares Eis. Das ist Schmelzwasser, das vor etwa 40.000 Jahren in Risse im Boden geflossen ist. Wir befinden uns jetzt auf Flussniveau, und das Sediment hier ist etwa 40.000 Jahre alt. Wenn die Eisadern zu schmelzen beginnen, bilden sich Schlaglöcher und Canyons, und der Permafrost schmilzt sehr, sehr schnell. In nur wenigen Jahren kann er um mehrere Dutzend Meter absinken." Ein Teufelskreis, den Nikita Zimov zusammen mit seinem Vater Sergey Zimov durchbrechen will. Sie besiedeln ein Naturschutzgebiet mit großen Pflanzenfressern wie Kamelen und wollen so das Permafrostschmelzen verhindern. Die Theorie dahinter: Die Herden zerstören im Winter die isolierende Schneedecke und der Boden kann besser auskühlen. "Es gibt nicht die eine Lösung für die globale Erwärmung. Wir schaffen hier im Norden Ökosysteme und arbeiten daran, zu beweisen, dass diese Ökosysteme im Kampf gegen die Erderwärmung helfen werden. Das ist eine Möglichkeit. Ich hoffe, dass, wenn wir es schaffen, große Gebiete in der Arktis in fruchtbare Weiden mit Millionen von Tieren zu verwandeln, dies gut für das Klima und für künftige Generationen sein wird." Inzwischen leben Dutzende Tiere in dem Park in Ostsibirien. Das Klimaschutzprojekt wird wissenschaftlich begleitet.
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Ökologen besiedeln ein Naturschutzgebiet mit großen Pflanzenfressern wie Kamelen und wollen so die Permafrostschmelze verhindern.

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