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Auslöser unbekannt "Havanna Syndrom"? US-Botschaftsmitarbeiter in Wien berichten über rätselhafte Symptome

Altstadt von Wien
Altstadt von Wien
© Rainer Hackenberg/ / Picture Alliance
Schwindel und Kopfschmerzen: US-Diplomaten klagen seit Jahren immer wieder über rätselhafte Symptome. Das Beschwerdebild wird auch "Havanna Syndrom" genannt. Nun gibt es offenbar auch Fälle in Wien. 

Die Biden-Regierung untersucht derzeit mehrere mysteriöse Gesundheitsvorfälle, die US-Diplomaten und weitere Regierungangestellte in Wien gemeldet haben. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet sollen die betroffenen Personen Symptome gezeigt haben, von denen einige dem rätselhaften "Havanna Syndrom" ähneln. Mehr als 20 neue Fälle würden derzeit von den Behörden untersucht, heißt es.

Erste Berichte über das Syndrom tauchten bereits in den Jahren 2016 und 2017 auf. Betroffen waren demnach zunächst Diplomaten in der US-amerikanischen Botschaft in Havanna, Kuba. Daher stammt auch der Name des rätselhaften Beschwerdebilds. Betroffene klagen unter anderem über Kopfschmerzen, Schwindel und Symptomen, die denen einer Gehirnerschütterung ähneln.

Seitdem melden US-Diplomaten und Geheimdienstler immer wieder Fälle des Beschwerdebilds – mehr als 130 mögliche Fälle werden geprüft. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass auch zwei Beamte des Weißen Haus in Washington, D.C., die rätselhaften Beschwerden gezeigt hatten.

"Havanna Syndrom" – Auslöser unbekannt

Die genaue Ursache des "Havanna Syndroms" gilt als unbekannt. Ende 2020 legten US-Wissenschaftler einen Bericht vor, der die These vertritt, dass Mikrowellenwaffen als Auslöser der Beschwerden infrage kommen. Doch auch weitere Thesen werden diskutiert, darunter gezielte Attacken mit Schall, Vergiftungen oder eine Art Massenpsychose.

Die Beschwerden der US-Diplomaten in Wien traten erstmals nach der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden auf, schreibt AP. Zuerst hatte das "New Yorker Magazine" am Freitag über die Fälle berichtet. In Wien wird derzeit über das iranische Atomprogramm verhandelt. Unklar ist, ob sich auch Mitglieder des US-Verhandlungsteams unter den Erkrankten befinden.

Die Berichte über mögliche ungeklärte Gesundheitsvorfälle in der US-Botschaft in Wien würden nun "mit Nachdruck" untersucht, teilte das Außenministerium in einer Stellungnahme mit. Alle betroffenen Mitarbeiter seien "unverzüglich und angemessen" medizinisch behandelt worden.

Wie die "BBC" berichtet handelt es sich in Wien um die bislang größte Zahl von Verdachtsfällen in einer Stadt, mit Ausnahme von Havanna. 

Quelle: AP / BBC

ikr

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