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Im Pazifik verschollen: 21-Jähriger überlebt zweimonatiges Martyrium - allein auf hoher See

Er musste Moos essen und Regenwasser trinken, um zu überleben: Ein 21-jähriger Fischer und sein Onkel sind mit ihrem kleinen Boot im Pazifik verschollen. Der Onkel starb - der junge Mann war lange Zeit ganz alleine. Doch er gab die Hoffnung niemals auf.

Rolando Omongos

Er musste Moos essen, um zu überleben: Der 21-jährige philippinische Fischer Rolando Omongos wurde nach zwei Monaten in Seenot gerettet.

Es ist eine Geschichte vom unbändigen Willen zu überleben: Der 21-jährige philippinische Fischer Rolando Omongos hat trotz aller Widrigkeiten zwei Monate auf einem kleinen Fischerboot überlebt, ohne Vorräte, verschollen in den Weiten des Pazifiks. Sein Onkel, der mit ihm auf dem kleinen Beiboot war, starb nach einem Monat - wie Omongos heute vermutet, an Hunger und an der erbarmungslosen Sonne, die tagein tagaus auf sie nieder schien. Wie der 21-Jährige   nun der Nachrichtenagentur AFP berichtet, war das zweieinhalb Meter lange Boot der beiden Fischer während eines Sturmes von ihrem Mutterschiff getrennt worden. Nach fünf Tagen sei den Männern dann der Treibstoff ausgegangen - und sie drifteten immer weiter auf den offenen hinaus.

Die Rettung für den 21-Jährigen kam dann durch ein japanisches Fischerboot, das ihn über 3000 Kilometer von seiner Heimat auf den vor der Küste Papua-Neuguineas auflas. Mittlerweile wurde Rolando Omongos von dort aus mit dem Flugzeug zurück auf die Philippinen gebracht - und berichtet nun von seinen tragischen Erlebnissen auf dem Ozean.

Überlebender Schiffbrüchiger José Salvador Alvarenga  fotografiert in der Naehe von Malibu Beach, Kalifornien, November 2015


Schiffe fuhren vorbei - doch es kam keine Hilfe 

Demnach habe er nur überlebt, weil er Regenwasser trank und sich von Moos ernährte, das begann auf dem Boot zu wachsen. Um sich vor der erbarmungslosen Hitze zu schützen, sprang er regelmäßig ins Wasser um sich abzukühlen. Als sein 31-jähriger Onkel nach einem Monat starb, habe sich Omongos entschlossen, den Körper seines Familienmitglieds an der Seite der Bootes zu befestigen. Einige Tage später habe er diesen aber versinken lassen, weil Körper zu riechen begann.

Wo so mancher nach dem Tod eines Familienmitglieds wohl verzweifelt wäre, schöpfte Omongos dadurch neue Stärke: "Ich sagte mir, wenigsten einer von uns beiden muss es wieder nach Hause schaffen (…) Ich habe die Hoffnung nie verloren, ich betete die ganze Zeit." Dabei war die Rettung die ganze Zeit über so nah und gleichzeitig auch so fern: "Nicht weniger als vier Schiffe fuhren jeden Tag an uns vorbei. Ich winkte ihnen zu, doch niemand hielt an." Offenbar konnten die Besatzungen der anderen Schiffe das kleine Boot aus einer Distanz von drei bis fünf Kilometern nicht sehen.

21-Jähriger will nie wieder ein Boot betreten

Dann, nach zwei Monaten, wurde er doch entdeckt: "Ich weinte die ganze Zeit, als ich schlussendlich gerettet wurde. Ich war zu schwach um aufzustehen, sie mussten mich tragen". Als die Japaner den 21-Jährigen entdeckten, wog er angeblich nur noch 20 von ursprünglich 61 Kilo. nach seiner Heimkehr auf den Philippinen sagte Omongos gegenüber AFP: "Vielleicht werde ich jetzt wieder die Schule besuchen". Ein Boot wolle er hingegen nie wieder betreten.

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