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Abschlussbericht zum Amoklauf von Newtown: "Adam Lanza hatte keine Gefühle"

Vor knapp einem Jahr tötete Adam Lanza an einer Grundschule in Newtown 20 Kinder und sechs Erwachsene. In ihrem Abschlussbericht geben die Ermittler Einblick in die gestörte Welt des 20-Jährigen.

Von Marc Drewello

Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, bei dem der 20 Jahre alte Adam Lanza 20 Kinder und sieben Erwachsene ermordete, haben die Justizbehörden im US-Bundesstaat Connecticut den Ermittlungsbericht veröffentlicht. Demnach hatte Lanza, der sich nach dem Blutbad das Leben nahm, "gravierende" psychische Probleme, war ein Waffenfanatiker und fasziniert von Massenmorden - darunter der Amoklauf von 1999 an der Columbine High School im Bundesstaat Colorado mit 13 Toten. Die Ermittler hätten bei Lanza eine Tabelle gefunden, in der dieser Massaker der vergangenen Jahre aufgeführt habe. Auf Fotos deutete der 20-Jährige mit einer Pistole Selbstmord an.

Lanza soll Geburtstage, Weihnachten und Feiertage gehasst haben. Er habe seiner Mutter Nancy Lanza nicht gestattet, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, schreibt die Staatsanwaltschaft. "Die Mutter erklärte sein Verhalten in dem sie sagte, der Schütze habe keine Emotionen oder Gefühle."

In den Monaten vor der Tat zog er sich in sein Zimmer im zweiten Stock zurück und klebte die Fenster mit schwarzen Mülltüten zu. Der Computerraum im selben Stockwerk hatte ebenfalls zugeklebte Fenster. "Seine Mutter machte sich Sorgen um ihn und sagte, dass er seit drei Monaten nirgendwo hingegangen sei", heißt es in dem Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft. Er habe mit ihr nur noch per E-Mail kommuniziert - obwohl beide unter einem Dach lebten.

26 Tote in weniger als elf Minuten

Lanza hatte am 14. Dezember 2012 zunächst seine Mutter mit vier Schüssen getötet, während sie im gemeinsamen Wohnhaus im Bett lag, und war dann zur Sandy-Hook-Grundschule gefahren. Dort ermordete er in weniger als elf Minuten 26 Menschen. Der Bericht zeichnet den Ablauf des Grauens in dem Schulgebäude genau nach: Mit einem halbautomatischen Gewehr vom Typ AR-15 Bushmaster tötete Lanza zunächst die 47 Jahre alte Direktorin und die 56-jährige Schulpsychologin. Zwei weitere Angestellte wurden auf dem Flur durch Schüsse verletzt.

Dann betrat Lanza die Klassenzimmer Nummer 8 und 10 der Schule und feuerte auf die dort anwesenden Kinder und Erwachsenen. Dabei ermordete er vier Lehrkräfte im Alter zwischen 27 und 52 Jahren und 20 Erstklässler - 12 Mädchen und acht Jungen, alle erst sechs oder sieben Jahre alt. In Klassenzimmer Nummer 8 überlebte nur ein Kind, in dem anderen überlebten elf. Neun von ihnen waren aus dem Raum gelaufen, zwei weitere fand die Polizei unverletzt in der Toilette des Klassenzimmers. Die Einsatzkräfte waren den Angaben zufolge weniger als vier Minuten nach dem Notruf am Tatort. Eine Minute später schoss sich Lanza mit einer Pistole vom Typ Glock 20 in den Kopf.

Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass der Täter mehr als 300 Schuss Munition mit sich getragen habe. Die Waffen habe Lanzas Mutter legal erworben, heißt es in dem Bericht. Auch die gesamte Munition sei allen Anzeichen nach von der Mutter gekauft worden. Anhand von Daten eines Navigationsgeräts stellten die Ermittler fest, dass der Schütze in der Zeit vor dem Massaker verschiedene Schulen in Newtown abfuhr.

Eine winzige Spur bleibt noch

Eine Frage konnten die Ermittler bislang aber nicht klären: Warum ermordete Adam Lanza 27 Menschen, darunter 20 Kinder? "Unglücklicherweise wird diese Frage möglicherweise niemals schlüssig beantwortet werden", schreiben die Autoren des Berichtes. "Die Beweise zeigen eindeutig, dass der Schütze sein Handeln geplant hat, darunter die Selbsttötung, aber es gibt keine klaren Anzeichen, warum er das getan hat und warum er die Sandy-Hook-Grundschule ins Visier genommen hat."

Eine winzige Hoffnung, doch noch ein konkretes Motiv für Lanzas sinnloses Morden zu finden, bleibt noch: Im Computerraum des Wohnhauses von Adam und Nancy Lanza stießen die Ermittler auf die Festplatte eines Computers, die offenbar absichtlich beschädigt worden war. Auf der Festplatte könnten sich wichtige Beweismittel befinden, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrem Bericht. Die dort gespeicherten Daten könnten zusätzliche Einblicke in den Fall liefern, sollte es jemals gelingen, sie wiederherzustellen. Dies scheine gegenwärtig aber höchst unwahrscheinlich. Deshalb werde der Fall nun abgeschlossen.

mit AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.