VG-Wort Pixel

Madrid 19-jähriger Airbnb-Kunde soll sexuell missbraucht worden sein


Für einen 19-Jährigen wurde sein Madrid-Aufenthalt in einer Airbnb-Unterkunft laut US-Medien zum Albtraum.  Zwar versuchte seine Mutter noch ihm zu helfen, doch sie scheiterte an der Vorgehensweise des Unternehmens.

Es ist eine unheimliche Geschichte, die dem Amerikaner Jacob Lopez laut der "New York Times" zugestoßen sein soll. Der 19-Jährige hatte sich für einen Madrid-Urlaub über die Plattform Airbnb eine Unterkunft gebucht. Mit der Vermieterin traf er sich in der Nähe des Appartements. In der Wohnung im vierten Stock angekommen, schloss sie sich plötzlich gemeinsam mit dem jungen Mann ein und versuchte, ihn zu küssen. Als er sie zurückstieß, befahl sie ihm, seine Hose auszuziehen, wenn er nicht ohne seine Sachen auf der Straße schlafen wolle.

Lopez soll seiner Mutter Nachrichten aufs Handy geschickt und um Hilfe gefleht haben, während sich die Gastgeberin, die früher mal ein Mann war, jetzt aber als Frau lebt, in der Küche an den Schubladen zu schaffen machte. Aus Angst, sie könne dort irgendwelche Waffen haben, versuchte Lopez aber nicht aus der Wohnung zu fliehen. "Ich habe mir gesagt, dass entweder ich sie umbringen muss, oder aber sie mich umbringen wird", zitiert die Zeitung den jungen Mann. "Es sind mir Gedanken durch den Kopf gegangen, die sich niemals jemand machen sollte. Wie soll man den Rest des Lebens weiterleben mit dem Wissen, jemanden umgebracht zu haben?" Lopez blieb also, während seine Mutter verzweifelt versuchte, ihrem Sohn zu helfen.

Airbnb gab die Adresse nicht raus

Doch als sie Airbnb anrief, wollte man ihr die Adresse von dem Aufenthaltsort ihres Sohnes nicht geben und auch nicht die Polizei verständigen. Stattdessen gab man ihr die Nummer der Polizei in Madrid, damit diese sich bei Airbnb nach der Adresse erkundigt. Doch am anderen Ende der Leitung ertönte nur eine Ansage auf Spanisch, von der sie immer wieder getrennt wurde. Auf wiederholtes Anrufen bei Airbnb ging dort nur der Anrufbeantworter an.

Ihr Sohn wurde in der Zwischenzeit sexuell missbraucht. Irgendwann gelang es ihm, die Frau zu überzeugen, ihn gehen zu lassen. Der Polizei gegenüber bestritt die Frau den Missbrauch. Vielmehr sei der Sex einvernehmlich geschehen und Lopez hätte nur eine Abneigung gegen Transgender.

Airbnb will Firmenpolitik ändern

Was das Verhalten von Airbnb angeht, so sind laut Reporter der "New York Times" offenbar einige Dinge schiefgelaufen. Zum einen will Airbnb den Opfern selbst überlassen, einen sexuellen Missbrauch zu melden. Zum anderen möchte das Unternehmen bei Verbrechen, die gerade stattfinden und bei denen der Kunde in Gefahr ist, informiert werden, um diese bei Anfragen der Polizei schnell weitergeben zu können. In diesem Fall aber nahm der Airbnb-Mitarbeiter an, der sexuelle Missbrauch hätte bereits stattgefunden.

"Wir sehen, dass wir aus diesem Vorfall lernen und wir es besser machen können", antwortet ein Sprecher der Firma dem Reporter in einer E-Mail. "Wir passen das Prozedere dahingehend an, dass unser Team immer die Strafverfolgungsbehörden kontaktieren kann, wenn wir den Hinweis auf ein sich abspielendes Verbrechen haben. Sicherheit ist unsere oberste Priorität und wir wollen unseren Gastgebern und Gästen soviel wie möglich helfen."

Die Familie von Lopez rät Airbnb-Reisenden, die Adresse der Unterkunft immer griffbereit zu haben. Man sollte sicherstellen, dass man ein Handy mit internationalem Service hat und wissen, wie man einen lokalen Notruf absetzt. Lopez habe nicht realisiert, dass er mit seinem Handy auch im Ausland telefonieren kann und er hätte in dieser Situation auch Angst gehabt, laut in einen Hörer zu sprechen. Rückblickend fiel ihm zudem auf, dass einige Details auf dem Gastgeber-Profil nicht mit ihrer Facebook-Seite übereinstimmten. Im Nachhinein wünschte er sich, er wäre wachsamer gewesen. Jacob Lopez begab sich laut eigenen Angaben nach seiner Rückkehr aus dem Horror-Urlaub in Therapie.

jek

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker