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Anschläge in London: Europa gedenkt der Terroropfer

London, Berlin, Rom, Istanbul - in ganz Europa haben die Menschen den Opfern der Londoner Terroranschläge gedacht. In der englischen Hauptstadt stand nahezu der gesamte Verkehr still.

Europa hat am Donnerstag für zwei Minuten den Atem angehalten und der Opfer der Terroranschlägen von London gedacht. Im Gedenken an die 52 Toten der Anschläge ließen zahllose Menschen in England, Deutschland, Frankreich und anderen EU-Ländern die Arbeit ruhen und verharrten in einem Moment der Stille.

Pünktlich um 12 Uhr Mittag Londoner Zeit, 13 Uhr deutscher Zeit, blieben überall in England Busse und Taxis sowie die meisten Privatfahrzeuge auf den Straßen stehen. In den Betrieben und Büros wurde die Arbeit niedergelegt.

Der Rundfunksender BBC sowie mehrere Privatsender unterbrachen ihre Sendungen für zwei Minuten. Auf den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick wurden die Starts und Landungen fünf Minuten lang auf das notwendige Minimum reduziert, aus den Bahnhöfen der britischen Hauptstadt fuhren keine Züge. Bei der Versicherungsgesellschaft Lloyd’ of London wurde die Lutin-Glocke geläutet, was nur bei Katastrophen geschieht - zuletzt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington.

Premierminister Tony Blair verharrte schweigend im Garten seines Amtssitzes in der Downing Street. Königin Elizabeth II. erschien vor dem Haupteingang zum Buckingham-Palast, um dort mit der Öffentlichkeit an dem Gedenken teilzunehmen.

Noch vor den Schweigeminuten legte der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone einen Kranz am Bahnhof King’s Cross nieder. Dort trugen sich auch weitere Bürger in ein seit Tagen ausliegendes Kondolenzbuch ein. Im U-Bahn-Tunnel von King’s Cross waren bei dem Anschlag am 7. Juli die meisten der insgesamt 52 Todesopfer ums Leben gekommen.

Auch in Deutschland beachteten zahlreiche Menschen die Gedenkminuten. Viele Firmen hatten ihre Mitarbeiter gezielt dazu aufgerufen oder ihnen die Beteiligung zumindest freigestellt. Zudem wurden Radioprogramme kurzzeitig unterbrochen.

In Italien fanden die Schweigeminuten schon um 11 Uhr Londoner Zeit statt. Daran beteiligten sich neben zahlreichen Bürgern auch die Abgeordneten des Parlaments. Fernsehsender stoppten ihr normales Programm, um Bilder von den Anschlägen zu zeigen. Auch Papst Benedikt XVI. hielt an seinem Urlaubsort Les Combes in den italienischen Alpen inne, um eigens für die Londoner Terroropfer, ihre Familien und den Frieden zu beten, wie der Vatikan mitteilte.

In Paris, wo am Donnerstag Nationalfeiertag war, ertönten Sirenen zur Erinnerung an die Opfer. Präsident Jacques Chirac und der bei ihm weilende brasilianische Präsident Luis Inacio Lula de Silva verharrten schweigend vor den Elysee-Palast. In Stockholm versammelten sich Ministerpräsident Göran Persson und andere schwedische Politiker zu Schweigeminuten.

Auch die Türkei beteiligte sich an dem Gedenken. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und zwei seiner Minister unterbrachen dazu eine Sitzung bei der Handelskammer in Ankara. Im Außenministerium ruhte die Arbeit ebenfalls.