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Atomanlage Tricastin: Feuer in Frankreichs Pannen-AKW

Dichte schwarze Rauchwolken über dem französischen AKW Tricastin: Auf dem Gelände einer der größten Atomanlagen der Welt hat es eine Explosion und einen Brand gegeben. Radioaktivität ist nicht ausgetreten, betont der Betreiber.

In dem südfranzösischen AKW Tricastin ist am Samstag ein Feuer ausgebrochen. Der Brand in einem Transformator eines derzeit für Wartungsarbeiten abgeschalteten Atomreaktors der Pannenanlage sei außerhalb der atomaren Zone der Anlage ausgebrochen und habe "keinerlei Strahlenbelastung für die Umwelt und die Bevölkerung" zur Folge gehabt, erklärte der französische Stromkonzern EDF. Es sei niemand verletzt und der Brand umgehend gelöscht worden. Die Produktionseinheit Nummer 1, zu welcher der Transformator gehört, sei wegen Wartungsarbeiten zum Zeitpunkt des Vorfalls außer Betrieb gewesen, teilte EDF mit. Der Transformator dient der Weiterleitung des produzierten Stroms in die Netze. Anwohner des südlich der Stadt Montélimar an der Rhône gelegenen Kraftwerks berichteten der Nachrichtenagentur AFP von riesigen Rauchschwaden über dem 600 Hektar großen Gelände, auf dem sich eine der größten Atomanlagen der Welt befindet.

Die Anlage, zu der neben dem Atomkraftwerk auch Forschungseinrichtungen sowie Betriebe zur Urananreicherung und Abfallbeseitigung gehören, war schon öfter durch Probleme aufgefallen. Im Sommer 2008 liefen sechs Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit aus und gelangten in die Umwelt. Dann verkeilten sich beim Austausch von Brennelementen zwei der uranhaltigen Behälter und drohten wochenlang, auf die anderen Brennstoffcontainer zu stürzen. Auch 2009 wurden mehrere Zwischenfälle gemeldet.

kmi/AFP / AFP