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Auf dem Rhein gekentert: "Waldhof" war überladen

Als der Säuretanker "Waldhof" im Januar geborgen werden konnte, hatten sich schon 420 Schiffe auf dem Rhein gestaut. Mehr als drei Wochen blieb die Fahrrinne gesperrt. Warum das Schiff havarierte blieb lange Zeit offen. Jetzt steht die Unfallursache fest.

Der Chemietanker "Waldhof" ist einem Gutachten zufolge im Januar auf dem Rhein gekentert, weil er überladen war. Nach Angaben eines Sachverständigen habe das Schiff bei der Havarie 631 Tonnen Schwefelsäure zu viel an Bord gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mit. Das Verfahren wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Gefährdung des Schiffsverkehrs richte sich nun gegen den Ausrüster und Beförderer, die Schiffsführer und die Reederei. Über eine Anklageerhebung sei noch nicht entschieden.

Der Chemietanker war am 13. Januar mit 2378 Tonnen Schwefelsäure an Bord bei St. Goarshausen in der Nähe des Loreley-Felsens verunglückt. Zwei Mitglieder der Besatzung konnten sich retten, ein 63-Jähriger wurde einen Monat später tot im Wrack geborgen. Vom vierten Matrosen fehlt weiter jede Spur.

ono/DPA / DPA
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