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Nordwest-Territorien: Bär tötet schlafenden Komponisten beim Zelten in Kanada

Blutige Bärenattacke in der kanadischen Wildnis: Das Tier hat einen schlafende Touristen in seinem Zelt attackiert und in den Wald geschleppt. Seine Leiche wurde erst Tage später gefunden. Eine Begleiterin musste den tödlichen Angriff mit ansehen.

Ein Bär an einem Fluss in Kanada

Nach Schätzungen der Behörden leben 4000 bis 5000 Grizzlybären in den Nordwest-Territorien in Kanada. 2018 wurden drei Menschen in ganz Kanada durch Bären getötet

Getty Images

Am vergangenen Donnerstag hat es in den Nordwest-Territorien, mitten in der kanadischen Wildnis, einen tödlichen Bärenangriff gegeben. Der 44 Jahre alte Komponist und Toningenieur Julien Gauthier wurde mitten in der Nacht von dem Bären überrascht. Das Tier habe ihn an Schultern und Nacken gepackt und in den Wald geschleift, erzählt die Biologin Camille Toscani, die Gauthier auf seiner Reise begleitete, der französischen Zeitung "Le Parisien".

Stattgefunden habe der Angriff in dem nur schwer zugänglichen Gebiet nahe dem Dorf Tulita. Die Region ist derart isoliert, dass sie nur auf dem Wasser- oder Luftweg erreicht werden kann. Die Behörden erhielten ein Notsignal von Toscani, nachdem sie es geschafft hatte, eine andere Reisegruppe ausfindig zu machen. Wegen der schlechten Wetterverhältnisse konnten Gauthiers Überreste erst am nächsten Tag ausfindig gemacht werden.

Komponist wollte die Klänge der Natur aufnehmen

Gauthier, der als 19-Jähriger von Kanada nach Frankreich gezogen war, war gemeinsam mit Toscani auf einer rund einmonatigen Reise: 1500 Kilometer wollten sie von Fort Providence per Kanu auf dem Mackenzie River bis nach Inuvik zurücklegen. Dabei wollte der Komponist die Geräusche der Natur aufnehmen, um sie später als Teil eines Konzerts oder Installation in Paris zu verwenden. Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte er via Social Media verkündet, dass es ein "intensives, anstrengendes und inspirierendes" Abenteuer sei. Gegenüber der "Le Parisien" erklärte Toscani, dass es Gauthiers Traum gewesen sei, die unberührte, kanadische Wildnis zu bereisen. "Er hat mich gefragt, ob ich bei diesem Abenteuer dabei sein will. Wir haben drei Jahre darüber nachgedacht", sagt sie weiter. Gauthier sei ein besonderer Künstler gewesen, der "von offenen Räumen und der Natur inspiriert wurde."

Bärenangriffe sind eigentlich sehr selten

Bereits in den ersten fünf Tagen ihrer Reise seien Gauthier und Toscani auf vier Bären und eine Wolfsspur gestoßen. Dabei seien Bärenattacken eigentlich sehr selten, erklärt Meghan Wohlberg, Sprecherin der "Natural Resources Canada" der britischen Zeitung "Guardian". In den letzten 20 Jahren habe es vier tödliche Bärenattacken in den Nordwest Territorien Kanadas gegeben. Laut "Guardian" wüssten die Behörden zurzeit noch nicht, welche Unterart für Gauthiers Tod verantwortlich sei. Im Zuge der Untersuchung sei ein Grizzly- und ein Schwarzbär getötet worden. Nun würden die Tiere untersucht, um festzustellen, ob einer der beiden der Angreifer gewesen sei.

Quellen: "abc", "The Guardian", "BBC", "Le Parisien", dpa

ys
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