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Seltener Schnappschuss: Erstmals Wolf am Berliner Ring gesichtet

Lange galten Wölfe in Deutschland als ausgestorben. Seit 2000 nimmt ihre Population wieder stetig zu. Nun ging einem Jäger ein Jungtier in die Fotofalle. Die Aufnahme entstand etwa 60 Kilometer südwestlich vom Berliner Stadtzentrum.

Wolf tappt am Berliner Ring in eine Fotofalle

In die Fotofalle getappt: Der am Berliner Ring aufgenommene Wolf auf Erkundungstour

Nachdem sie in Deutschland rund 150 Jahre als ausgerottet galten, erobern Wölfe hierzulande zunehmend ihren alten Lebensraum zurück. In der sächsischen Lausitz wurden im Jahr 2000 laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) die ersten Welpen in Freiheit geboren. Seither vergrößert sich die Population der Tiere stetig - und das in immer mehr Regionen Deutschlands. Dem Jagdpächter Wolfgang Brückner ging nun erstmals ein Wolf innerhalb des Berliner Autobahnrings in die Fotofalle, wie "Der Tagesspiegel" berichtet.

Demnach hatte der Jäger die Kamera mit Bewegungsauslöser eigentlich zur Beobachtung einer Wild-Lockstelle auf der Glindower Platte aufgestellt. Vor gut zwei Wochen, am 21. November, löste diese dann frühmorgens aus. Kay-Uwe Hartleb, ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter der Region, glaubt, dass es sich bei dem Tier um ein Jungtier eines Rudels handelt, das auf einem nahegelegenen Truppenübungsplatz in Lehnin, rund 25 Kilometer südwestlich von Potsdam gelegen, lebt.

Geschätzte 120 Wölfe leben in der Region

Seiner Meinung nach erkundet das etwa sechs Monate alte Tier auf der Aufnahme sein Revier. „Die haben ja keine Karte im Kopf. Wenn sie merken, dass es nicht weitergeht oder zu unruhig wird, ziehen sie wieder ab", wird der Experte zitiert. Der Jungwolf sei kräftig und habe bereits ein Winterfell. Dass sich das Rudel dauerhaft innerhalb des Berliner Rings niederlässt, glaubt Hartleb nicht. Dennoch seien Begegnungen mit Wölfen inzwischen überall in Brandenburg möglich. Eine Gefahr für den Menschen sieht der Ehrenamtler nicht.

Von 90 auf 120 Tiere in kurzer Zeit

Brückner zeigt sich dem Bericht zufolge hingegen alarmiert - auch, weil die Aufnahme in geringer Entfernung zu einem Gehöft entstanden ist. "Die Population steigt, die Tiere gehen dahin, wo sie Wild finden", sagt der Jäger der Zeitung. Der Wildbestand habe sich angesichts der dort lebenden Wölfe bereits drastisch reduziert. Brückner sind die zunehmenden Wolfszahlen ein Dorn im Auge. Man würde den Raubtieren alles durchgehen lassen, sagt er. Auch befürchtet er, dass die Tiere - wie in Niedersachsen bereits beobachtet - immer mehr ihre Scheu vor dem Menschen verlieren.

Zuletzt war in der Region von 120 Tieren die Rede, 2013/14 waren es noch 90.


mod
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?