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Brasilien Gefängnisinsassen posten Selfie auf der Flucht

Selfie im Dschungel: Brasilianische Gefängnisinsassen dokumentierten ihre Flucht
Selfie im Dschungel: Brasilianische Gefängnisinsassen dokumentierten ihre Flucht
© Screenshot Twitter
Sie zeigen den Daumen nach oben und gucken frech in die Kamera: Gefängnisinsassen haben ihre Flucht mit Selfies dokumentiert und auf Facebook gepostet. Einer ging der Polizei bereits ins Netz.

Zwei Männer, die aus einem Gefängnis in der nordbrasilianischen Stadt Manaus ausgebrochen sind, haben auf der Flucht Selfies geschossen und diese auf Facebook hochgeladen - offenbar aus Prahlerei. In sozialen Netzwerken verbreitet sich derzeit ein Bild, auf dem zwei Männer inmitten dichter Vegetation zu sehen sind, die den Daumen nach oben zeigen.

Wie die "BBC" berichtet, handelt es sich bei einem der Männer um Brayan Bremer, der auf dem Foto links zu sehen ist und ein Bayern-München-Trikot trägt. Sein Begleiter sei inzwischen festgenommen worden, heißt es.

Bremer sitzt den Angaben zufolge eine Haftstrafe wegen Raubes ab und lud die Bilder laut "BBC" auf seinem Profil hoch. Dazu habe er geschrieben: "Auf der Flucht aus dem Gefängnis." Ein anderes Bild, das ebenfalls viral gegangen ist, zeigt den blondierten Brasilianer mit weiteren mutmaßlichen Insassen in ähnlicher Umgebung. Bremers Facebook-Account sei inzwischen gelöscht worden.

Tödlicher Gefängnisaufstand in Manaus

Bremer ist demnach einer von 72 Insassen, die am Sonntag aus dem Antonio Trinidade Gefängnis in der Amazonas-Region ausgebrochen sind. 40 sollen mittlerweile gefasst worden sein, der Rest ist weiterhin auf der Flucht. In der Nacht zum Montag hatte sich nur 100 Meter entfernt in einem anderen Gefängnis in Manaus ein blutiger Gefängnisaufstand abgespielt, bei dem 56 Häftlinge starben.

Erst nach 17 Stunden gelang es den Sicherheitskräften, die Kontrolle über die Haftanstalt Anísio Jobím wieder zu erlangen. Grund für die Revolte soll ein blutiger Konflikt zwischen rivalisierenden Banden gewesen sein.  "Es ist das größte Blutbad, das in einem Gefängnis im Amazonas begangen wurde", hatte der Sicherheitschef von Amazonas, Sergio Fontes, gesagt.

Aufstände und Kämpfe kommen in den überfüllten brasilianischen Gefängnissen häufig vor. Die Zustände in den Haftanstalten wurden von Menschenrechtsorganisationen bereits vielfach beanstandet. 

kis

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