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Unglück in China: Neue Explosionen in Tianjin

Die Zahl der Toten nach der schweren Explosion in Tianjin in China ist auf 85 gestiegen. Nun ist erneut Feuer auf dem Hafengelände ausgebrochen. In den Krankenhäusern liegen mehr als 700 Verletzte.

Auf einem Hafengelände in Tianjin kam es erneut zu Explosionen

In Tianjin kam es auf einem Hafengelände zu erneuten Explosionen

Drei Tage nach den schweren Explosionen in einem Gefahrgutlager der nordchinesischen Stadt Tianjin ist die Zahl der Toten auf 85 gestiegen. Unter ihnen sind 21 Feuerwehrleute. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag berichtete, liegen noch 721 Verletzte in Krankenhäusern. Darunter seien 58 Schwerverletzte, davon 33 in einem ernsten Zustand. Als Reaktion auf die Katastrophe ordnete die Regierung landesweit Inspektionen bei Unternehmen an, die mit gefährlichen Chemikalien und Explosivstoffen umgehen. 

Auf dem Hafengelände im Binhai Distrikt der Millionenmetropole waren in der Nacht zum Donnerstag tonnenweise gefährliche Chemikalien explodiert und hatten schwere Zerstörungen angerichtet. In einem kilometerweiten Umkreis gab es noch Schäden. 17 000 Haushalte, 1700 Unternehmen und 675 Geschäfte waren betroffen. In zwölf Schulen und drei Wohnhäusern wurden Unterkünfte für 6300 Obdachlose geschaffen, deren Wohnungen zerstört oder schwer beschädigt wurden.

Mehr als 1000 Feuerwehrleute im Einsatz

Nach dem Unglück ging Angst in der Bevölkerung vor giftigen Gasen in der Luft um. Die Schadstoffe nahe des Unglücksortes überschritten am Freitagabend kritische Grenzen, so dass Feuerwehrleute und eine Kommandozentrale vorübergehend in Sicherheit gebracht werden mussten, berichtete Xinhua. Die Bergungsarbeiten kamen angesichts der anhaltenden Gefahr durch die gelagerten Chemikalien nur langsam voran. Mehr als 1000 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Nie zuvor in der Geschichte der Volksrepublik sind bei einem Unglück so viele Feuerwehrleute ums Leben gekommen wie bei den Explosionen in Tianjin. "Als die Explosion passierte, waren Feuerwehrleute dabei, den Brand zu löschen, und Nachschub war gerade eingetroffen. Sie wurden völlig überrascht, so dass die Opferzahl hoch ist", schilderte Zhou Tian, Chef der Feuerwehr von Tianjin.

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