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Verspätungen und Ausfälle: Drohnen legen Londoner Flughafen lahm - Polizei untersucht "absichtliche Handlung"

Immer öfter behindern Drohnen den Luftverkehr. Den Flughafen London-Gatwick, ein wichtiges Drehkreuz für den Billigflieger easyJet, hat es nun besonders schlimm getroffen.

Eine fliegende Drohne

Drohnen sorgen immer wieder für Behinderungen im Flugverkehr.

AFP

Drohnen über der Startbahn haben den Londoner Flughafen Gatwick, einen der größten Airports Europas, lahmgelegt und zehntausenden Menschen eine chaotische Reise eingebrockt. Passagiere wurden am Donnerstag aufgerufen, nicht anzureisen, ohne sich vorher bei ihrer Airline zu versichern, dass ihr Flug tatsächlich stattfindet. Auch in Deutschland hat die Zahl der Zwischenfälle mit Drohnen zuletzt deutlich zugenommen.

Flugzeuge teils hunderte Kilometer umgeleitet

Gatwick, siebtgrößter Flughafen Europas, hatte am Mittwochabend alle Starts und Landungen bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest, während ankommende Flugzeuge zu - teils hunderte Kilometer entfernten - Flughäfen umgeleitet wurden. In den frühen Morgenstunden war der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen, dann aber erneut gestoppt worden.

Die Polizei in der Grafschaft Sussex bezeichnete die Störungen als "absichtliche Handlung", die sie mit allen verfügbaren Mitteln unterbinden werde. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es keine. Medienberichten zufolge wurden Scharfschützen und ein Helikopter eingesetzt, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Behinderungen durch Drohnen steigen rapide an

Laut der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden in der Bundesrepublik bis einschließlich  November 152 Behinderungen gemeldet, bei denen Verkehrsflieger durch Drohnen behindert wurden, die gefährlich nah an Flughäfen oder auf der Strecke auftauchten. Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren es nur 88 gewesen.

Deutsche Luftverkehrsverbände forderten schärfere Regeln für den Betrieb der unbemannten Flugkörper in Deutschland. "Wir weisen schon seit geraumer Zeit darauf hin, dass wir eine Registrierungspflicht für Drohnen brauchen, damit Verantwortung und Haftung klar zugewiesen werden können", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, in Berlin. Das müsse auf europäischer Ebene geregelt werden. Die bislang vorgeschriebene Plakette an der Drohne reiche nicht aus. Der Flughafenverband ADV verlangt zudem, die Drohnen mit einem System auszustatten, das sie wie Flugzeuge elektronisch sichtbar macht.

pawlo / DPA