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Aufregung um Bußgeldbescheid: 83-Jähriger soll Strafe fürs Ausruhen an Haltestelle zahlen

Kann das wirklich wahr sein? Im Internet kursiert ein Bußgeldbescheid der Stadt Düsseldorf, in dem einem 83-Jährigen 35 Euro Strafe auferlegt werden. Sein Vergehen: Ausruhen an der Bushaltestelle.

Ein über die sozialen Netzwerke geteiltes Schreiben des Düsseldorfer Ordnungsamtes sorgt für Aufregung und Diskussionen. Darin, so scheint es, wird einem 83-jährigen Mann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 35 Euro auferlegt, weil er sich einige Minuten auf einer Bank an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Straße am Hauptbahnhof ausgeruht habe. Ein Bekannter des Mannes veröffentlichte den Bescheid auf Facebook und schrieb, der 83-Jährige sei dement und herzkrank und habe sich, begleitet von seiner Hündin, lediglich einige Minuten hingesetzt, um sich auszuruhen.

Auf dem im Netz gezeigten Schreiben steht zur Begründung im Amtsdeutsch: "Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz." Mit dem Aufenthalt von acht Minuten zur Mittagszeit habe der Mann gegen die Straßenordnung der Stadt Düsseldorf verstoßen.


Stadt-Sprecherin hält Bescheid für möglich

Ob das Schreiben echt ist oder unter welchen Umständen es zustande gekommen ist, ist bislang unklar. Im Düsseldorfer Ordnungsamt war am Sonntag niemand zu erreichen. Im Netz zweifelten viele die Echtheit des gezeigten Bescheides an - zu unglaublich erscheint der Sachverhalt.

Gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" schloss ein Sprecherin der Stadt allerdings nicht vollends aus, dass es zu einem solchen Bescheid kommen könne. Gerade in Bahnhofsnähe kontrolliere der Ordnungs- und Servicedienst regelmäßig die Haltestellen. "Die Häuschen sollen den Kunden und Nutzern des Nahverkehrs zur Verfügung stehen", zitiert "RP online" die Sprecherin. Daher sei es denkbar, dass der 83-Jährige bei einer solchen Kontrolle aufgefallen sei. "Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären", so die Sprecherin weiter.

Sie betonte gleichzeitig, dass ein kurzer Einspruch reiche, um das Bußgeld nicht zahlen zu müssen. "Wenn der Mann einfach eine Pause benötigte, dann war das selbstverständlich in Ordnung", so die Sprecherin. Das Ordnungsamt der Stadt wird sich wohl dennoch am Montag viele Fragen gefallen lassen müssen. Schon allein, um zu klären, ob es dem Amt damit wirklich ernst ist.

England: Stadt baut Bushaltestelle direkt vor eine Haustür - Behördenirrsin


dho