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Erdbeben in China: Soldaten sollen Damm sprengen

Nach dem schweren Erdbeben hat sich im Bezirk Beichuan ein großer Stausee gebildet. Behörden fürchten eine Flutwelle, sollte der Damm brechen. Deswegen bereiten Soldaten die Sprengung vor. Die Menschen, die unterhalb des Sees leben, sind in Sicherheit gebracht worden.

Rund 1800 chinesische Soldaten haben die Sprengung eines durch Erdrutsche verschütteten Flusslaufs vorbereitet. Der Fluss im Bezirk Beichuan war nach mehreren heftigen Nachbeben so zugeschüttet, dass sich ein riesiger See bildete. Nach einem eintägigen Fußmarsch wollen die Helfer im Laufe des Tages ein unkontrolliertes Brechen des Damms und damit Überschwemmungen verhindern, berichtete das staatliche Fernsehen. Mit Dynamit sollen Abflüsse geschaffen werden. Auch ein Bulldozer wurde per Hubschrauber zu dem See am Fluss Jiang geflogen.

Die unterhalb des Sees lebenden Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Durch die Erdbeben waren in der Region insgesamt 35 neue Seen entstanden, die bis zu 700.000 Menschen gefährdeten, wie die Behörden in Peking mitgeteilt hatten.

Die Zahl der Opfer nach dem Nachbeben der Stärke 6,0 am Sonntag stieg unterdessen nach Behördenangaben auf sechs. 480 Menschen wurden verletzt, mehr als 70.000 Häuser fielen in sich zusammen, weitere 200.000 sind einsturzgefährdet. Die Regierung befürchtet, dass das verheerende Beben vom 12. Mai der Stärke 7,9 insgesamt 80.000 Menschen oder mehr das Leben gekostet hat. Bis Sonntag wurden 65.080 Tote geborgen, knapp 24.000 Menschen werden noch vermisst.

AP/AFP / AP
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