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Explosion erschüttert Chemiepark: Schwarzer Rauch über Marl

Nach einer heftigen Explosion im Chemiepark Marl beschwichtigt der Betreiber Infracor: Messungen hätten keine nachweisbaren Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe ergeben. Fenster und Türen sollen die Anwohner trotzdem geschlossen halten.

Bei der Explosion in einem Chemiepark in Marl im nördlichen Ruhrgebiet sind mehrere Menschen verletzt worden. Zwei hätten schwere Verletzungen erlitten, bekräftigte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag. Allerdings könnten noch Opfer mit weniger starken Verletzungen hinzukommen. Die beiden Schwerverletzten seien zunächst vermisst gewesen.

Für die Bevölkerung besteht laut Betreiberfirma Infracor keine Gefahr. Messungen innerhalb und außerhalb des Parks hätten keine nachweisbaren Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe ergeben, sagte ein Sprecher am Samstag. Dennoch riet er den Anwohnern, zunächst Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Dem Sprecher zufolge war um 14.18 Uhr auf dem Gelände der Firma Evonik eine Anlage zur Verarbeitung von CDT explodiert - einem Rohstoff, der zur Herstellung diverser Kunststoffe benötigt wird. Wie es zu der Explosion kam, ist weiter unklar.

"Eine beängstigend schwarze Wolke"

Augenzeugen hatten kurz nach dem Unglück erste Videos und Bilder von der Rauchwolke über das Internet veröffentlicht. "Eine beängstigend schwarze Wolke war das", schrieb ein Anwohner im Internetauftritt der "Marler Zeitung". Die Polizei sprach von einer Gaswolke, die in Richtung Süden ziehe - über die wichtige West-Ost-Verbindung A2 hinaus.

Betreiber des Chemieparks Marl ist die Firma Infracor. Das Unternehmen schreibt auf seiner Internetseite, neben dem Spezialchemiekonzern Evonik und seinen Tochtergesellschaften seien 15 weitere Unternehmen in dem Industriegebiet angesiedelt.

jwi/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters
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