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Feuerdrama in Caritas-Werkstatt: Experten rätseln über Brandursache

Nun ist es traurige Gewissheit: Bei dem Feuerdrama im Schwarzwald sind 13 Behinderte und eine Betreuerin umgekommen. Experten stellen nun die bohrende Frage: Warum gab es keine Sprinkleranlage?

Einen Tag nach der Brandkatastrophe in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald hat die Polizei die Opfer identifiziert. Zehn Frauen und drei Männer mit Handicaps kamen demnach ums Leben. Auch für eine 50-jährige Betreuerin kam jede Hilfe zu spät. Die behinderten Frauen waren im Alter von 28 bis 68 Jahren, die Männer zwischen 45 und 68 Jahren, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Kirchen und die Gemeinde planen eine Trauerfeier.

Das Feuer war am frühen Montagnachmittag in einer Werkstatt für geistig und mehrfach Behinderte ausgebrochen. Für 120 Behinderte und Betreuer war die von der Caritas getragene Einrichtung zur Falle geworden. Die Feuerwehr hatte in einer dramatischen Aktion viele der Behinderten aus dem brennenden und völlig verrauchten Betrieb gerettet.

Warum es zu dem Brand kam und wie hoch der Sachschaden ist, war am Dienstagvormittag noch unklar. Bereits in der Nacht hatte eine Gruppe von Ermittlern der Polizei nach Spuren gesucht. Im Einsatz waren auch Brandsachverständige. Hinweise auf fehlende Sicherheitseinrichtungen oder Mängel beim Brandschutz habe es ersten Untersuchungen zufolge keine gegeben, hieß es.

Spekulationen über Heizgerät

Womöglich explodierten in einem Lagerraum Chemikalien, der Betrieb verarbeitet Holz. Ob eine Heizung das Feuer ausgelöst hat, wollte die Polizei nicht bestätigen. Am Nachmittag wollten die Behörden eine Pressekonferenz geben. In dem Gebäude gab es eine automatische Brandmeldeanlage, aber keine Sprinkleranlage.

Feuerwehren und Technisches Hilfswerk (THW) waren die ganze Nacht mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Behindertenwerkstatt wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas. Zwei Stockwerke des dreistöckigen Gebäudes seien durch Feuer und Rauch nahezu komplett zerstört. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden.

Die Behinderten würden so lange in anderen Einrichtungen untergebracht. Hierfür erhalte die Caritas auch die Hilfe anderer Träger. Einige der gehandicapten Menschen wohnen zu Hause bei ihren Familien, andere sind bei der Caritas in Wohnheimen stationär untergebracht. Sie werden psychologisch betreut. Dieses Angebot stehe auch den Betreuern zur Verfügung, hieß es.

Notfallpläne auf dem Prüfstand

Caritas-Präsident Peter Neher will nun die Notfallpläne auf den Prüfstand stellen. "Es ist logisch, dass nach einer solchen Katastrophe (...) sicher noch einmal alle Einsatzpläne, alle Nothilfemaßnahmen genau überprüft werden müssen", sagte Neher im ZDF-"Morgenmagazin". In den Behindertenwerkstätten gebe es Pläne für den Notfall, die in regelmäßigen Abständen geübt würden, sagte Neher. "Von den formalen Voraussetzungen denke ich, war da alles gegeben."

Die Deutsche Hospiz Stiftung verlangte nach dem Feuerdrama, dass soziale Einrichtungen innerhalb der nächsten vier Jahre mit Sprinkleranlagen ausgerüstet werden müssten. "Was für die deutschen Flughäfen gilt, muss gerade für Einrichtungen der Pflege- und Behindertenfürsorge gelten", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Menschen mit Behinderungen hätten keine Chance, sich selbst zu retten. Der Pflegeexperte der Union im Bundestag, Willi Zylajew (CDU), wies Forderungen nach schärferen Vorgaben zurück, forderte aber Aufklärung.

Trauerfeier geplant

Die Kirchen und die Gemeinde planen eine Trauerfeier. "Es gibt ein großes Bedürfnis der Hinterbliebenen und der Bürger, gemeinsam Abschied zu nehmen", sagte Bürgermeister Armin Hinterseh. Auch die Rettungskräfte hätten diesen Wunsch geäußert. Voraussichtlich diesen Samstag werde es in Titisee-Neustadt einen ökumenischen Gottesdienst geben. Unverändert groß ist das Interesse an Hilfsangeboten. Die am Montag nach dem Brand eingerichtete Telefon-Hotline im Rathaus der 12.000 Einwohner zählenden Gemeinde werde stark nachgefragt. Sie ist zu erreichen unter der Nummer 07651/2060.

dho/kng/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.