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Prozess in Sydney: Frau terrorisiert Tinder-Date und dessen Familie mit 9000 Nachrichten – jetzt steht sie vor Gericht

Eine Australierin muss sich wegen Stalkings und Bedrohung vor Gericht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, ihren "Ex-Freund" und dessen ganzes Umfeld mit 9000 Textnachrichten terrorisiert zu haben.

Eine Frau tippt auf einem Smartphone

9000 Nachrichten nach einem Tinderdate – der Rachefeldzug einer Australierin wird jetzt vor Gericht verhandelt (Symbolfoto)

Getty Images

Eine 39-jährige Australierin steht vor Gericht, weil ihr vorgeworfen wird, einem Mann und weiteren Personen aus seinem Umfeld 9000 Textnachrichten und 100 E-Mails geschickt zu haben – innerhalb von drei Jahren. Wie der australische "Sydney Morning Herald" berichtet, hatte die 39-jährige Angeklagte, die als Radiologin arbeitet, ihr Opfer 2015 via Tinder kennengelernt und gedatet. Daraus sei eine "sehr flüchtige Beziehung" entstanden.

Opfer der Attacken sollen über Suizid nachgedacht haben

Über soziale Medien soll die Angeklagte 2016 dann herausgefunden haben, dass ihr "Ex-Freund" beziehungsweise ihre kurze Affäre eine neue Partnerin hat. Das scheint sie so extrem gewurmt zu haben, dass sie sich auf einen fiesen Rachefeldzug begab. Die Polizei spricht, so berichtet es der "Sydney Morning Herald", von einer "teuflischen Kampagne" gegen ihren Ex-Geliebten. Doch nicht nur er selbst wurde Opfer des Rachefeldzugs, sondern auch seine Eltern, seine Schwester, mehrere seiner Arbeitskollegen, seine neue Freundin und sogar deren Eltern. Sie alle sollen zahlreiche Textnachrichten oder E-Mails mit Beleidigungen, Anschuldigungen und Bedrohungen erhalten haben. Was genau Inhalt der Nachrichten war, ist unbekannt. Die Inhalte sollen nach Angaben der Polizei allerdings so extrem gewesen sein, dass einige der Betroffenen sogar über Suizid nachgedacht hätten.

Angeklagte soll ihre Opfer mit 9000 Textnachrichten und 100 E-Mails eingeschüchtert haben

Wie es scheint, waren die Angriffe der Rachsüchtigen bestens organisiert. So soll zum Beispiel die Schwester des Tinder-Dates rund 60 E-Mails von insgesamt fünf verschiedenen Accounts bekommen haben. Die Angeklagte soll außerdem Fotos von ihrem Ex-Geliebten und dessen Familienmitgliedern aus den sozialen Medien für ihre Angriffe und ihre Schikane genutzt zu haben. Wie die australische Nachrichtenseite "9 News" berichtet, muss sich die 39-Jährige in insgesamt zehn Anklagepunkten vor Gericht verantworten – darunter Stalking sowie Einschüchterung und Bedrohung. Der Prozess ist auf zehn Tage angesetzt. Die Angeklagte hat auf "nicht schuldig" plädiert.

Quellen: "9 News" / "The Sydney Morning Herald"

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und (0800) 1110222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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hh