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Griechenland: Paketbombe explodiert im Zivilschutzministerium

Die als Geschenk getarnte Paketbombe war unweit des Ministerbüros entdeckt worden. Als ein Polizist den Sprengsatz entschärfen wollte, explodierte das Päckchen und riss einen Menschen in den Tod.

Bei der Explosion einer Paketbombe im griechischen Ministerium für den Zivilschutz ist am Donnerstag ein Mensch getötet worden, ein weiterer sei verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Wie die Polizei erklärte, ereignete sich die Detonation im siebten Stock im Büro des 52 Jahre alten Sicherheitschefs. Die Explosion sei kilometerweit zu hören gewesen. An dem Gebäude, das mitten in der Innenstadt liegt, gingen Fensterscheiben zu Bruch.

Im Büro eines Assistenten von Zivilschutzminister Michalis Chrysohoidis sei das verdächtige Päckchen entdeckt worden. Es war als Geschenk gekennzeichnet. Beim Versuch der Polizei, es zu öffnen, sei es explodiert. Das Päckchen sei mit einer Sprengfalle versehen gewesen. Minister Michalis Chrysohoidis war zum Zeitpunkt der Explosion in dem Gebäude, wurde aber nicht verletzt. "Der Vater zweier Kinder musste sterben", sagte der Minister unmittelbar nach dem Anschlag. "Wir werden nicht aufhören, die Menschen in Griechenland zu schützen", betonte er und versprach: "Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen."

Vorgänger Chrysohoidis waren ebenfalls Anschlagsziel

Das Ministerium für Zivilschutz ist im gleichen Gebäude untergebracht wie das Hauptquartier der griechischen Polizei. Das Ministerium ist auch für die Polizei zuständig. Die Zugänge des Gebäudes werden streng überwacht. Es ist das erste Mal, dass dort ein Anschlag verübt wurde. Bislang hat sich niemand dazu bekannt.

Griechenland wird seit Monaten von Bombenattentaten militanter Linker erschüttert. Der Anschlag auf das Ministerium bedeutet jedoch eine neue Qualität. Die Unruhen hatten begonnen, nachdem ein Polizist im Jahr 2008 einen Teenager erschossen hatte. Minister Chrysohoidas hatte den Kampf gegen den Terror und die Athener Stadtguerilla zu einem seiner prominentesten Themen gemacht, als er 2009 sein Amt antrat. Zwei Vorgänger von Chrysohoidis wurden bereits Ziel von Attentaten, die sie überlebten. Das letzte Attentat ereignete sich im Mai 2006, der Minister blieb unverletzt. Zu der Tat bekannte sich damals die größte griechische Untergrundorganisation Revolutionärer Kampf (EA), von der im April sechs mutmaßliche Mitglieder festgenommen wurden, unter ihnen der mutmaßliche Anführer. Die Europäische Union stuft die Gruppe als Terrororganisation ein.

swd/APN/DPA/AFP / DPA