Grubenunglück in Sibirien Auch die Retter müssen gerettet werden


Zwölf Tote, Dutzende Verletzte und 80 eingeschlossene Bergleute: Die Lage in dem russischen Kohlebergwerk Raspadskaja in Westsibirien wird immer dramatischer. Nach einer zweiten Gasexplosion sind nun auch Retter unter Tage gefangen. Die Zeit wird knapp.

Nach zwei Grubenexplosionen in dem russischen Kohlerevier Kusbass in Westsibirien hat Regierungschef Wladimir Putin die Lage als "sehr schwer" und "tragisch" eingeordnet. Mehr als 80 Bergleute und Rettungskräfte seien in dem eingestürzten Kohleschacht eingeschlossen, teilte das Zivilschutzministerium am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Die Lage sei besonders dramatisch, weil in dem Schacht die Belüftung nicht mehr funktionierte, sagte Putin. Wegen der hohen Konzentration an explosivem Methangas bestehe weiter Explosionsgefahr. Nach vorläufigen Angaben starben mindestens zwölf Menschen. Dutzende weitere wurden verletzt.

Rauch stoppt Rettungsarbeiten

Eine zweite Explosion hatte in der Nacht zum Sonntag den Kontakt zu 20 Helfern unterbrochen, die 64 in 500 Metern Tiefe eingeschlossene Kumpel retten wollten. Die Rettungsarbeiten wurden wegen dichten Rauchs für unbestimmte Zeit gestoppt, sagte der Gouverneur der Region Kemerowo, Aman Tulejew. Die Explosion zerstörte mehrere große Gebäude über Tage. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Verstoßes gegen den Arbeitsschutz ein.

Putin forderte die Behörden auf, alles für die Rettung der Männer zu tun. Die zweite Explosion hat den Hauptbelüftungsschacht zerstört. Über Tage seien einige Menschen verletzt worden. Zum Zeitpunkt der ersten Detonation am Samstagabend waren etwa 359 Arbeiter unter Tage. Das betroffene Raspadskaja-Kohlebergwerk ist das größte seiner Art in Russland. Auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion kommt es wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu schweren Grubenunglücken mit hohen Opferzahlen.

DPA DPA

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