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Hochwasser in Teilen Deutschlands Regensburg schrammt an Katastrophe vorbei


Aufatmen in Regensburg: Der Donau-Pegel ist nicht so stark gestiegen wie befürchtet. Die Behörden rechnen nicht mehr mit einer Überflutung der Schutzwände. Andernorts ist die Lage bedrohlicher. Der Stadt Wertheim droht die schlimmste Flut seit Jahren.

Regensburg ist knapp einer Flutkatastrophe entkommen. Die Hochwasserlage in der Stadt entwickelte sich am Samstagmorgen weniger dramatisch als erwartet. Pro Stunde stieg der Pegel nur noch um drei Zentimeter. An der Eisernen Brücke erreichte das Wasser die 6,17- Meter-Marke.

Der Krisenstab der Stadt rechnete damit, dass der Scheitelpunkt der Flutwelle bei etwa 6,30 Meter liegen und gegen 20 Uhr erreicht sein könnte. Damit würde der höchste Pegelstand unter dem der Flutkatastrophen von 1988 und 2002 bleiben. Die mobilen Schutzwände würden in dem Fall nicht überflutet werden.

Am Morgen stützten die Helfer die Schutzwände weiter mit Sandsäcken. Die historische und bei Touristen beliebte Wurstbude "Wurschtkuchl" in der Regensburger Altstadt stand bereits zur Hälfte im Wasser. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren in der Stadt jedoch keine Schutzwände gebrochen; die meisten Menschen blieben gelassen.

Zweithöchste Alarmstufe in Teilen Sachsens

Auch in anderen Teilen Deutschlands blieb die Lage angespannt, so an der Elbe. Am Morgen galt in Sachsen für die Pegel in Riesa, Dresden und Schöna die zweithöchste Hochwasseralarmstufe 3. In Schöna wurden 6,57 Meter gemessen. Experten prognostizierten einen Anstieg bis zum Abend auf siebeneinhalb Meter. Sachsens Umweltminister Frank Kupfer wollte sich ein Bild von der Situation in Dresden machen.

Um Magdeburg vor dem Hochwasser der Elbe zu schützen, wurde das Pretziener Wehr geöffnet. Dadurch strömt ein Drittel des Wassers in einen Kanal. In Thüringen waren einige Straßen unpassierbar.

Main-Hochwasser bedroht Wertheim

Die Stadt Wertheim in Baden-Württemberg muss sich auf das schlimmste Main-Hochwasser seit sieben Jahren einstellen. Nach Prognosen der Einsatzleitung vom Samstag könnte der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle am Montag etwa sechs Meter erreichen. Im Jahr 2003 erreichte der Pegel des Mains einen Stand von 6,08 Metern.

In Nordrhein-Westfalen entspannte sich unterdessen die Lage. Meteorologen erwarteten keine größeren Niederschläge.

"Extremereignisse nehmen deutlich zu"

Hat das Hochwasser in Deutschland mit dem Klimawandel zu tun oder ist das normales Schmelzwasser? Nach Angaben von Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kann man "das für ein einzelnes Extremereignis nie auseinanderdividieren". Sicher aber ist, dass die Häufigkeit von solchen Extremereignissen deutlich zunimmt, erläuterte er. "Zudem sind gerade in den letzten zehn Jahren viele vorher noch nie dagewesene neue Extreme aufgetreten, die eine ganz neue Qualität haben", sagte der Professor.

mad/DPA DPA

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