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Strafen für Herrchen: Schnauze halten! Französisches Dorf bestraft Hundegebell

Ärgern sie sich auch manchmal über nicht enden wollendes Hundegebell? In einem französischen Dorf war die Wut so groß, dass der Stadtrat zu einer ungewöhnlichen Methode greift.

Hecheln ja, bellen nein! Zumindest zu laut sollten Hunde in dem kleinen Ort Feuquières nicht kläffen. Sonst müssen ihre Besitzer eine Strafe zahlen.

Hecheln ja, bellen nein! Zumindest zu laut sollten Hunde in dem kleinen Ort Feuquières nicht kläffen. Sonst müssen ihre Besitzer eine Strafe zahlen.

DPA

Vermutlich hat der Bürgermeister von Feuquières keinen Hund – oder zumindest keinen, der stundenlang bellt. Denn genau das wird in der 1400-Seelen-Gemeinde im Norden Frankreichs seit diesem Montag bestraft. Herrchen, deren Hunde zu lange und zu laut Lärm machen, müssen mit einer Geldstrafe von 68 Euro rechnen. Diese Nachricht hat den Ort landesweit bekannt gemacht, Bürgermeister Jean-Pierre Estienne musste die Verordnung sogar in der größten Boulevardzeitung des Landes, im "Parisien", verteidigen. Auch der britischen BBC ist der Bell-Bann von Feuquières eine Geschichte wert. Viele Hundebesitzer dürften über das Gesetz den Kopf schütteln.

Die Strafen seien als Reaktion auf lautes und nicht enden wollendes Gebell in dem Dorf bei Tag und Nacht eingeführt worden, argumentiert der Rathaus-Chef. In Feuquières sei die Lage unerträglich geworden. Deshalb habe der Stadtrat in diesem Monat eine Verordnung beschlossen, die Hunde – und vor allem deren Besitzer – zu mehr Disziplin zwingen soll. Sie verbietet unter anderem, dass die Tiere eingesperrt werden, ohne dass ein Herrchen in der Nähe ist. "Die Stadt hat nichts gegen Hunde", sagt Estienne. Aber wer sich einen anschaffe, müsse ihn auch erziehen. Hunde, die im Freien unaufhörlich Lärm machten, müssen zudem ins Haus geholt werden.

Hunde, die zu laut kläffen, kommen teuer zu stehen

Für jede Beschwerde über zu lautes Bellen kann jetzt eine Geldstrafe verhängt werden. Wenn Hasso sich also mal wieder total verausgabt, muss Herrchen zahlen, wenn es den Nachbarn zu bunt wird.

Feuquières liegt im Norden Frankreichs, hat etwa 1400 Einwohner - und wird gerade wegen des Kläff-Verbots berühmt

Feuquières liegt im Norden Frankreichs, hat etwa 1400 Einwohner - und wird gerade wegen des Kläff-Verbots berühmt

Und warum hat ausgerechnet das kleine Dorf Feuquières eine solche Verordnung? Die Stadtväter führten es, so heißt es in den Presseberichten, vor allem wegen einer einzigen Person ein: Im Ort wohne eine Hundebesitzerin, die ihre Nachbarn mit ihren – teils sehr großen, aber vor allem lauten – Hunden regelrecht terrorisiere. Alle Versuche, mit der Frau eine Lösung zu finden seien gescheitert, so der Bürgermeister. Mit der Verordnung soll wieder Ruhe in dem kleinen Dorf einkehren.

Was nervt mehr - Hunde oder Kirchenglocken?

Unumstritten ist das Bell-Verbot nicht – ganz im Gegenteil. Vor allem Tierschützer machen dagegen Front und wollen die Verordnung vor einem Gericht anfechten. Da könne man auch die Kirchenglocken am Sonntag stummschalten, wird ein Verfechter von Tierrechten in der BBC zitiert. Die Glocken nerven ja schließlich auch manche Menschen. Hunde würden nun mal bellen – dafür hätten sie ihre Schnauzen.

Die Glocken dürfen weiter läuten. Das Bellen aber soll in Feuquières nun leiser und weniger häufig zu hören sein. Der Ort habe überhaupt nichts gegen Hunde an sich, bekräftigt  Bürgermeister Estienne. Ein artiges "Wuff" in angemessener Lautstärke werde auch künftig nicht bestraft.

Quellen: "Le Parisien" , BBC

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